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Chronik | Wien
06/25/2019

Ab Montag wird Wien-Döbling zur Parkpickerl-Zone

Gebührenpflicht von 9.00 bis 19.00 Uhr. Simmering evaluiert und denkt weiter über eine Ausweitung nach.

Wiens gebührenfreie Auto-Abstellareale werden ab kommender Woche wieder ein Stück weit kleiner: Ab Montag gilt nämlich in Döbling flächendeckende Kurzparkzone. Dann ist das Parken von 9.00 bis 19.00 Uhr kostenpflichtig. Die Parkdauer ist auf drei Stunden begrenzt. Damit sinkt die Zahl der Bezirke weiter, wo für das Parken des Autos nichts zu zahlen ist.

Die Entscheidung, ob in Döbling das Parkpickerl - so heißt die Plakette, die Anrainern in ihrem Wohnbezirk das Dauerparken ermöglicht - eingeführt werden soll, hat eine längere Geschichte und Diskussion hinter sich: Bei einer Bürgerbefragung im Jahr 2016 sprach sich noch eine knappe Mehrheit gegen die Einführung aus. Ein Jahr später plädierten der damalige Bezirksvorsteher Adi Tiller (ÖVP) und später das Bezirksparlament doch für eine fast flächendeckende Einführung, allerdings nur von 14.00 bis 19.00 Uhr.

Dass die Parkraumbewirtschaftung doch in ihrer jetzigen Form, nämlich von 9.00 bis 19.00 Uhr, eingeführt wird, ist auf einen Antrag der SPÖ und der Grünen zurückzuführen, der in der Bezirksvertretung eine Mehrheit gefunden hatte. Auch die NEOS und Teile der ÖVP stimmten dem zu.

Damit ist ab Montag das Abstellen des Autos fast im gesamten Bezirk gebührenpflichtig. Maximaldauer sind drei Stunden. In Geschäftsstraßen gilt: Hier können Parkpickerlbesitzer mit eingelegter Parkscheibe höchstens 1,5 Stunden parken. Es gibt aber noch weitere Ausnahmen: In den Grüngebieten und landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie auf den Parkplätzen Kahlenberg, Leopoldsberg und Cobenzl sowie auf Parkplatz des Krapfenwaldlbades gilt die neue Regelung nicht.

 

Künftig gibt es daher nur mehr einige Bezirke in Wien, die kein Parkpickerl haben: Hietzing, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing. Zuletzt wurde das Parkpickerl Anfang November in Teilen Simmerings eingeführt. Die Kurzparkzone samt Ausnahmeregelung für Anrainer umfasst dort das Bezirkszentrum und die Umgebung der U-Bahn-Stationen.

Hier steht allerdings bereits eine Ausweitung im Raum: Die Stadt werde voraussichtlich im Herbst eine Evaluierung durchführen, deren erste Ergebnisse im Dezember oder Jänner vorliegen sollen, kündigte Bezirksvorsteher Paul Stadtler auf APA-Nachfrage an. Diese werden dann dem Bezirksparlament vorgelegt: "Die müssen dann entscheiden, ob ausgeweitet wird oder nicht", so Stadler. Wobei der Bezirkschef betonte: "Wenn, sollte der ganze Bezirk das Parkpickerl bekommen. Einen Fleckerlteppich möchte ich nicht."