Chronik | Wien
13.07.2017

7,50 Euro Miete als Starthilfe für junge Wiener

Auf vorübergehend zur Verfügung stehenden Grundstücken werden kostengünstige Wohnungen errichtet.

Anstatt das Grundstück mangels Wohnbauwidmung brachliegen zu lassen, errichtet der Bauträger Kallco an der Siemensstraße 142 zurzeit in Schnellbauweise 241 geförderte Mietwohnungen. Die Widmung „Betriebsbaunutzung“ erlaubt das – zumindest temporär. Das Pilotprojekt „HOME 21 - Junge Generation“, das Wienern mit geringen finanziellen Möglichkeiten kostengünstigen Wohnraum bieten soll, ist also eine Zwischennutzung. Ein Modell, das Schule machen könnte.

Die Zielklientel dieser Sofortmaßnahme im Rahmen der städtischen Wohnbau-Offensive sind junge Wiener, die ihren Lebensmittelpunkt noch nicht festlegen wollen. Zum Beispiel Lehrlinge, Menschen, die von der Obdachlosigkeit bedroht sind, Scheidungsopfer oder auch Alleinerzieher.

Zwei Drittel der Wohnungen werden über die Wohnberatung, ein Drittel über den Fonds Soziales Wien vergeben. Bei Baukosten von 16,1 Millionen Euro beträgt die Fördersumme der Stadt 7,2 Millionen Euro.

Das ermöglicht eine Miete von nur 7,50 Euro pro Quadratmeter – inklusive Betriebskosten und Steuern. Eigenmittel müssen die Bewohner für die Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen (48 bis 80 ) keine aufbringen. Dafür ist die Wohnsituation vorerst einmal bis 2026 befristet.

Temporäre Nutzung

Denn zumindest bis dahin besteht die Bewilligung, das Gebäude zu bewohnen. Sollte der Grund danach für Wohnbau freigegeben werden, könne das Projekt fortgesetzt werden, erklärt Wohnbau-Stadtrat Michael Ludwig (SPÖ). Andernfalls werde das Gebäude für Büros und Geschäfte weiterverwendet.

Ein wichtiger Aspekt ist nämlich, dass auch Grundstücke genutzt werden, die nur temporär zur Verfügung stehen. Die Wohndauer ist hier auf fünf bis zehn Jahre begrenzt; die hochwertige Schnellbauweise (zum Beispiel mit Holz oder Leichtbeton) erlaubt eine Errichtung binnen zwölf Monaten. Im konkreten Fall fiel der Startschuss für den Bau heuer im Jänner, wobei der Bezug bereits für Anfang 2018 vorgesehen ist. „Das ist zumindest doppelt so schnell wie bei konventioneller Bauweise“, heißt es aus Ludwigs Büro.

Die Nachhaltigkeit sei dadurch gewährleistet, dass die Konstruktion nach der Nutzung andernorts erneut aufgebaut oder recycelt werden könnte.

Ein zweites Projekt errichtet die Siedlungsunion seit Juni in der Donaustadt. In der Podhagskygasse entstehen 100 Wohnungen, die mit Frühjahr 2018 bezugsfertig sind. Baukosten von 6,98 Millionen Euro stehen dort 3,1 Millionen Euro Förderung gegenüber. Die Miete beträgt ebenfalls 7,50 Euro. Weitere Bauträger haben bereits Interesse bekundet.