Wohin 2,9 Milliarden soziale Hilfe in Wien fließen
Odachlosigkeit ist ein Bereich, in dem der Fonds Soziales Wien Unterstützung bietet.
Von Frederike Reisiger
Im vergangenen Jahr klingelte das Kundenservice Telefon des Fonds Soziales Wien (FSW) rund 290.000 Mal. Die Nummer 01 2425 ist 356 Tage im Jahr erreichbar und verdeutlicht die Notwendigkeit der Leistungen: 2025 wurden insgesamt 2,9 Milliarden Euro ausgegeben. Dadurch konnte 133.500 Menschen geholfen werden.
Mit einem leichten Anstieg stellten die Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf 2025 erneut den mit Abstand größten Anteil der Kunden des FSW dar – konkret ging es dabei um 106.000 Menschen, 1,7 Milliarden Euro wurden dafür aufgewendet. Aus der FSW Geschäftsführung heißt es von Susanne Winkler: „Die Nachfrage nach betreuungsintensiven Leistungen ist letztes Jahr um 10,5 Prozent gestiegen. Das sind auch die kostenintensiven Leistungen.“
167 Millionen für wohnungslose Menschen
Das FSW möchte Menschen mit Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen: Etwa durch die Eröffnung von zwei neuen Garconnierenverbünden und 95 neuen Plätzen im „Teilbetreuten Wohnen“.
Für wohnungslose Menschen wurde im vergangenen Jahr 167 Millionen Euro in Anspruch genommen. Dazu zählt der Ausbau des „Mobil betreuten Wohnens“ nach dem „Housing First-Ansatz“, was 5.280 Menschen ein eigenständiges Wohnen ermöglichte.
Positiv sei nicht nur, dass 94 Prozent der zuvor obdachlosen Menschen 36 Monate nach Betreuungsende noch in der eigenen Wohnung leben. Auch der Anstieg von weiblichen Hilfesuchenden steige seit Jahren, was ein Zeichen dafür sei, dass die Angebote des FSW immer mehr Frauen in verdeckter Wohnungslosigkeit erreiche.
Nur in der Grundversorgung war wie in den Vorjahren ein Rückgang zu verzeichnen: Die Zahl der unterstützten Geflüchteten und Vertriebenen sank um 27 Prozent auf 35.600.
Kritik von den Grünen
Das Budget für den Fonds Soziales Wien wurde im Jahr 2025 um nur 0,58 Prozent angehoben, was für die Grünen angesichts der Inflation von rund 2,9 % eine Finanzierungslücke darstelle. „Dass eine Partei, die sich sozial nennt, lieber bei den verletzlichsten Menschen in unserer Stadt kürzt, ist eine Schande“, kritisiert Parteivorsitzende Judith Pühringer.Frederike Reisiger
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