28.000 Euro Schaden: Falscher Installateur zockte Kunden in Wien ab

Changing old fuse
Besonders dreist ging der 25-Jährige bei einer taubstummen Frau vor, bei der er für einen defekten Elektrokasten 10.000 Euro kassierte.

Die Betrugsmasche ist seit Jahren bekannt: Betrüger geben sich als Notfall-Installateure aus und bieten ihre Dienste im Internet an. Doch immer wieder finden die Kriminellen Opfer, bei denen sie in Notsituationen viel Geld einkassieren.

So auch im vergangenen Jahr in Wien und Niederösterreich: Wie die Polizei am Montag mitgeteilt hat, wurde der 25-jährige Mustafa C. schon Mitte Dezember 2021 in Wien-Ottakring festgenommen. Der Mann, der eigentlich bei seinen Eltern wohnte, steht unter Verdacht, in gleich 17 Fällen Personen in Not betrogen zu haben. Die Schadenssumme liegt bei etwa 28.000 Euro, doch die Dunkelziffer soll "deutlich höher sein", sagte Leiter der Außenstelle Süd des Landeskriminalamtes Wien, Gerhard Winkler.

Der mutmaßliche Installationsbetrüger soll von Juli bis Dezember 2021 eine Installateur-Notfallnummer im Internet geschaltet haben. Er dürfte sich als Mitarbeiter einer realen Firma ausgegeben haben, deren Angestellter er aber nicht war. "Bei den Opfern hat er unsachgemäße Arbeit gemacht, da er nicht einmal eine handwerkliche Ausbildung hat", erzählt Winkler. Er hat "prinzipiell Pfusch verursacht" und "Fantasiepreise" für seine Arbeit verlangt.

Mustafa C. soll Bargeld von Opfern verlangt haben, um nachträgliche Reklamationen zu verhindern. Doch nicht nur ältere Menschen waren sein Ziel, auch ein 23-jähriges Opfer hat sich bei der Polizei gemeldet. Den Ermittlern sind 14 Fälle im Süden Wiens sowie drei Fälle in Niederösterreich (Böheimkirchen, Perchtoldsdorf und St. Andrä-Wördern) bekannt.

10.000 Euro für Elektrokasten

Besonders dreist soll der 25-Jähriger bei einer taubstummen Frau in Niederösterreich Anfang September 2021 vorgegangen haben. Der Tatverdächtige soll einen Elektrokasten ausgetauscht und dafür 10.000 Euro kassiert haben. Das Opfer bezahlte die Hälfte sofort in der Wohnung, den Rest musste sie in der Bank abheben. 

Weiters hat sich der Mann auch als Fliesenleger ausgegeben. Bei einem der Polizei bekannten Fall soll er alte Fliesen für 4.000 Euro abgeschlagen haben. 

Laut LKA-Ermittlern ist der 25-Jährige einschlägig für "ähnliche Geschichten" vorbestraft und saß mehrmals im Gefängnis. Derzeit wird gegen einen Mittäter ermittelt. Hinweise nimmt das LKA Wien Außenstelle Süd unter der Telefonnummer 01/31310-57800 (Journal) entgegen.

Präventionstipps

Jörg Kohlhofer, IT-Spezialist bei der Kriminalprävention, rät den Bürgern generell, schon vor etwaigen Notfällen nach einem geeigneten Installateur oder Elektriker in der Wohnumgebung umzusehen und sich nach Angebot und Bezahlmöglichkeiten zu erkundigen.

In solchen "Notfällen" sollte man zuerst schauen, ob man überhaupt einen Notdienst braucht. Bei der Suche im Internet sollte man genauer recherchieren, ob die Kontaktnummer mit der Nummer der Firma auf der Website passt. Auch Bewertungen sollen gelesen werden. Kohlhofer nannte als gute Quellen für die Recherche www.watchlist-internet.at oder das Firmen-ABC.

Weiters rät der Experte, bei Rechnungen auf Steuernummern und die Adresse zu schauen: "Oft steht 19 Prozent Mehrwehrsteuer auf der Rechnung, was natürlich nicht in Ordnung ist".

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