Chronik | Wien
29.11.2016

16.000 Unterschriften gegen Verlegung der Augenklinik

© Bild: Kurier/Juerg Christandl

Donauspital: Patientenvertreterin traf Stadträtin.

Lange sah es aus, als ob der Termin nicht zustande kommen würde: Am Dienstag lud Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) die Donaustädterin Ruth Hufnagl dann doch zu einem einstündigen persönlichen Gespräch. Wie berichtet, hatte die Augenpatientin rund 16.000 Unterschriften gegen die geplante Verlegung der Augenabteilung des Donauspitals in die Rudolfstiftung gesammelt. Damit sei die Versorgung der Patienten im 21. und 22. Bezirk gefährdet, so die Befürchtung Hufnagls. Zunächst hatte man in Wehselys Büro noch betont, ein persönliches Treffen sei nicht notwendig. Die Stadträtin sei ohnehin auf die Bedenken im Rahmen einer Gemeinderatssitzung Ende Oktober eingegangen, bei der Hufnagl auf der Besuchergalerie anwesend war. Eine Vorgehensweise, die auch unter den Oppositionsparteien für massive Kritik gesorgt hatte.

Über Details zum Treffen am Dienstag wollte man sich nicht äußern. "Es war aber ein gutes, intensives Gespräch", sagt ein Sprecher der Stadträtin.

Wochenend-Sperre

Indes sorgen weitere Umstrukturierungen im Donauspital für Diskussionen: Zwischen 24. Dezember und 1. Jänner wird die dortige HNO-Abteilung geschlossen. "Aufgrund des Fachärztemangels", wie es in einem internen Schreiben heißt, das dem KURIER vorliegt.

Ab dem 2. Jänner wird dann laut Schreiben die HNO-Abteilung in eine Wochenklinik umgewandelt, die nur von Montag (8 Uhr) bis Freitag (20 Uhr) offen hat. An den Wochenenden müssen dann ambulante sowie stationäre Patienten mit HNO-Notfällen an andere Spitäler weitergeleitet werden. In dem vom Abteilungsvorstand unterzeichneten Papier ist von einer "Notfallmaßnahme" die Rede. Mittlerweile wurden auch schon Aushänge angefertigt, mit denen die Patienten des Donauspitals auf die Streichung des Wochenend-Betriebs hingewiesen werden.

Im Krankenanstaltenverbund sieht man dahinter freilich keine Notfallmaßnahme: "Die Sperre über Weihnachten ist die übliche Sperre in Urlaubszeiten", betont eine Sprecherin. "Alle Fälle werden sehr gut in der Rudolfstiftung versorgt."

Die Umstellung auf eine Wochenklinik sei vorübergehend. Sie diene der Vorbereitung der geplanten Errichtung eines HNO-Schwerpunkts im Donauspital, sagt die Sprecherin. Am Wochenende übernehme ebenfalls die Rudolfstiftung bzw. das KFJ die Versorgung. Im Laufe des Jahres 2017 werde es wieder eine HNO-Abteilung geben, die an sieben Tagen die Woche offen steht.