Chronik | Welt
29.01.2018

Zehn Tote bei Kämpfen in brasilianischem Gefängnis

Möglicherweise gibt es auch einen Zusammenhang mit einer Schießerei in einem Nachtclub.

Bei Kämpfen zwischen Insassen eines Gefängnisses im Nordosten Brasiliens sind zehn Menschen getötet worden. Mitglieder rivalisierender Drogenbanden seien am Montag in der Haftanstalt Itapaje aufeinander losgegangen, teilten die Behörden im Bundesstaat Ceara mit. Die Lage sei inzwischen wieder unter Kontrolle.

Itapaje liegt etwa 130 Kilometer westlich von Fortaleza, der Hauptstadt von Ceara. Dort waren am Wochenende in einem Nachtclub 14 Menschen erschossen worden. Auslöser der Gewalt waren laut Medienberichten auch hier Streitigkeiten zwischen verfeindeten Drogenkartellen. Ob es einen Zusammenhang zwischen der Bluttat in Fortaleza und der Gewalt in Itapaje gibt, blieb zunächst unklar.

Brasiliens Gefängnisse sind völlig überbelegt. Mehr als 726.000 Menschen saßen laut der jüngsten Statistik Mitte 2016 in den Haftanstalten des Landes ein, obwohl dort eigentlich nur für die Hälfte von ihnen Platz ist. Die Rivalität zwischen inhaftierten Bandenmitgliedern führt immer wieder zu tödlicher Gewalt. In der Stadt Manaus wurden vor einem Jahr bei einer Gefängnismeuterei 56 Menschen getötet.