Chronik | Welt
30.01.2018

Venedig beschränkt während Karnevals Zugang zu Markusplatz

Um Massen von Schaulustigen vorzubeugen, sollen nur 25.000 auf den Platz dürfen.

Masken, Stimmung, Karneval Venedig verwandelt sich jeden Februar in ein buntes Meer aus faschingsbegeisterten Schaulustigen, ein Großteil davon sind Touristen. Speziell der Markusplatz platzt jedes Jahr aus allen Nähten.

Das will die Stadt heuer zu verhindern wissen: Um einem Massenansturm vorzubeugen, will der zuständige Präfekt, Carlo Boffi, für das kommende Wochenende eine Obergrenze von 25.000 Besuchern festlegen, die zur gleichen Zeit auf dem geschichtsträchtigen Platz feiern dürfen.

Wartende Touristen sollen nach und nach Zutritt erhalten, allerdings soll dies nach Wunsch der Stadtverwaltung kontrolliert ablaufen.

Alternativprogramm

Um eine allzu große Konzentration von Menschen auf dem Markusplatz zu vermeiden, sind Events und Künstleraufführungen auf anderen historischen Plätzen geplant, kündigte Boffi an. Die Hauptattraktion wird dennoch der Markusplatz sein: Vom 3. bis zum 13. Februar wird das Areal unter der Leitung des Bühnenbildners des Theaters La Fenice, Massimo Checchetto, in einen großen Zirkus umgewandelt. Rund 300 Künstler werden bei mehreren Events auftreten, die dieses Jahr der Zirkuskunst gewidmet sind.

An anderen Orten sollen unter anderem Tanzshows, Konzerte, Ausstellungen, Musik, Filme und Straßenkunst-Vorführungen stattfinden. Highlight ist am kommenden Sonntag der traditionelle "Volo dell'Angelo" - der Engelsflug: Eine als Engel verkleidete junge Frau schwingt sich in einer Konfettiwolke vom 99 Meter hohen Campanile auf den Markusplatz herab.

Täglich tummeln sich bis zu 100.000 Besucher in Venedig, während der Faschingszeit sind es sogar 130.000. Der Karneval, der mit seinen Maskenbällen, Gondel-Paraden und Feuerwerken zu den wichtigsten Festen von Venedig zählt, dauert dieses Jahr bis zum 28. Februar. 40.000 Menschen leben in der Lagunenstadt nur vom Tourismus.

Dieser ist jedoch ein zweischneidiges Schwert: Seit Jahren macht sich wegen der Touristenmassen Unmut in der Stadtbevölkerung breit, große Passagierschiffe müssen beispielsweise seit vergangenem Jahr einen Bogen um die Altstadt machen, anstatt direkt am Markusplatz vorbeizufahren.