© dpa/Karl-Josef Hildenbrand

USA
08/01/2013

Arkansas: Lehrer werden bewaffnet

Es ist ein umstrittener Versuch, um Amokläufern an Schulen keine Chance zu geben.

von Susanne Bobek

Rund 20 Lehrer eines Schulbezirks im US-Bundesstaat Arkansas sollen Pistolen mit Kaliber 9 mm erhalten und dann dafür sorgen, dass Schützen bei möglichen Schießereien aufgehalten werden, bis die Polizei kommt. Die Lehrer in Clarksville sollen bereits im August ihre Waffen erhalten und dann im Laufe des Schuljahres ausgebildet werden. Vorgesehen sind 53 Trainingsstunden am Schießstand und im Klassenzimmer.

Die ganze höchst umstrittene Aktion kostet umgerechnet 37.800 €, damit soll ein einziger Schulbezirk mit fünf Schulen und rund 2400 Schülern ab sofort sicherer werden. Wie die Arkansas Times berichtet, war dieser Schulbezirk aber noch nie wegen Gewaltaktionen in die Schlagzeilen geraten. Die meisten Angehörigen der Opfer des letzten großen Amoklaufs an einer US-Schule, in Connecticut, wo am 20. Dezember sechs Lehrer und 20 Kinder ums Leben kamen, unterstützten Präsident Barack Obama bei seinen vergeblichen Versuchen, die laxen Waffengesetze in den USA zu verschärfen. Im Süden und Mittleren Westen ist die Bewaffnung breiter Teile der Bevölkerung eine Frage der Ehre. Jeder soll sich dort im Notfall verteidigen können.

In den Bundesstaaten Ohio, Colorado, New Jersey, Pennsylvania, Connecticut sowie im Staat Washington an der amerikanischen Westküste will man die Sicherheit an Schulen mithilfe bewaffneter Wachleute erhöhen. Diese schlecht bezahlten Männer werden dafür nur zehn Stunden ausgebildet.

Seit dem Fall des 17-jährigen Travyon Martin, der von einem selbst ernannten Wachmann in Florida auf offener Straße erschossen wurde, ist das Land gespalten. Der Schütze kam frei und wird auch noch von der mächtigen Waffenlobby unterstützt. Der andere Teil der Bevölkerung würde lieber alle Sturmgewehre, die im Umlauf sind, sofort verbieten.

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