Chronik | Welt
25.02.2015

Polizei stürmte Wohnung des Amokläufers

Ein 62-jähriger Mann hatte am Dienstag in Uhersky Brod acht Menschen und sich selbst getötet.

Polizisten haben die Wohnung jenes Amokläufers gestürmt, der im tschechischen Uhersky Brod acht Menschen und sich selbst getötet hatte. In dem Reihenhaus hatte sich die Ehefrau des Mannes verbarrikadiert, wie die Agentur CTK in der Nacht zum Mittwoch berichtete. Die offenbar verwirrte Frau sei zu einem Krankenwagen geführt und weggefahren worden.

Die Polizei wollte die Wohnung nach möglichen weiteren Waffen durchsuchen. Der 62 Jahre alte Schütze hatte am Dienstag sieben Männer und eine Frau in einem Restaurant der Stadt rund 250 Kilometer südöstlich von Prag ermordet. Der Mann sei mit zwei Pistolen bewaffnet gewesen. Anschließend soll er sich selbst getötet haben.

Gedenken an Tote in Tschechien

Die tschechische Stadt Uhersky Brod trauert heute um die Opfer. Am Ort der Tragödie sollen Angehörige, Anwohner und Politiker um 10.00 Uhr zu einem kurzen Gedenkakt zusammenkommen. "Wir stehen alle unter Schock", sagte Bürgermeister Patrik Kunca.

Motiv unbekannt

Das Motiv für die Tat ist bisher nicht bekannt. "Es ist ein Geheimnis, warum er sich gerade diese Gaststätte ausgesucht hat", sagte Staatsanwalt Roman Kafka dem Sender CT über den Täter. Der 62-Jährige habe Menschen ermordet, die mit seinen persönlichen Problemen nichts zu tun gehabt hätten.

Der Schütze besaß einen Waffenschein. Vor dem Hintergrund des Amoklaufs stelle sich die Frage, ob es nicht zu viele Waffenschein-Besitzer in Tschechien gebe, sagte Innenminister Milan Chovanec im Fernsehsender Prima. Nach offiziellen Angaben beträgt die Zahl der in Tschechien legal gehaltenen Handfeuerwaffen rund 760.000. Das Land hat knapp zehneinhalb Millionen Einwohner.

Die südmährische Stadt Uhersky Brod hat etwa 17.000 Einwohner. Sie liegt am Fluss Olsawa unweit der Grenze zur Slowakei, rund 250 Kilometer südöstlich von Prag.