Chronik | Welt
31.05.2018

Trump traf Kim Kardashian im Weißen Haus

Reality-TV-Star macht sich für Begnadigung von Drogenkrimineller stark. Heftige Debatten im Netz über Treffen im Oval Office.

Es war ein Treffen mit Kim. Die Rede ist nicht vom nordkoreanischen Machthaber, sondern vom Reality-TV-Star.

Kim Kardashian (37) hat US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus besucht. Nach Angaben der Zeitschrift "Vanity Fair" wollte sich Kardashian bei Trump für die Begnadigung der 63 Jahre alten Alice Marie Johnson einsetzen, die eine lebenslange Freiheitsstrafe im Zusammenhang mit Drogendelikten verbüßt.

Ohne Kanye

Ganz in Schwarz gekleidet und in zitronengelben Stilettos erschien Kardashian am Mittwoch (Ortszeit) ohne ein Kamerateam ihrer TV-Show "Keeping up with the Kardashians" im Weißen Haus. Auch nicht dabei waren ihre Schwestern und ihr Mann, Trump-Fan und Rapper Kanye West.

Johnson, die am Mittwoch Geburtstag hatte, sitzt seit 1996 ein. Sie war unter anderem für schuldig befunden worden, als Telefonvermittlerin in Drogengeschäften tätig gewesen zu sein. Johnson sollte bereits von Trumps Vorgänger Barack Obama begnadigt werden, aber daraus wurde nichts - angeblich aus Fristgründen.

Kardashian hatte von Johnsons Fall aus Sozialen Medien erfahren und begonnen, sich für die Frau zu engagieren. Ihrem Besuch bei Trump sollen monatelange Verhandlungen mit dessen Schwiegersohn Jared Kushner vorausgegangen sein, der eine Reform des Strafvollzugs organisieren soll. Die US-Regierung hat unter Trump den Umgang mit Drogendelikten noch verschärft. Zu dieser Politik würde eine Begnadigung Johnsons eigentlich nicht passen.

Hitzige Debatten über Kims Besuch

Im Internet gab es eine kontroverse Diskussion über Kardashians Besuch. Für die eine Seite belegt er die Niveaulosigkeit und das Reality-TV-hafte von Trumps Präsidentschaft. Die andere Seite meinte, wegen Kardashians Einsatz würden sich nun Zehntausende junger Menschen erstmals für Missstände im Strafvollzug interessieren - und das sei eine gute Sache.

Kim hat auf Twitter mehr Follower als Trump

Kardashians Sendungen folgen Millionen Menschen. Sie hat auf Twitter 60 Millionen Follower, Trump nur 52,3 Millionen. Über Trump, der auch einmal Reality-TV-Star war ("The Apprentice"), sagen viele Kritiker, er habe die Präsidentschaft in eine Show verwandelt.