Chronik | Welt
28.01.2013

Teenager irrte wochenlang durch Busch

Der 18-Jährige war neun Wochen lang vermisst. Er dürfte sich von Fröschen und Fischen ernährt haben.

Ein Teenager aus Sydney ist zwei Monate lang ohne Schutz vor der sengenden Sonne und ohne Essen im australischen Busch herumgeirrt. Der 18-Jährige wurde am Wochenende gefunden - desorientiert, von Blutegeln und Mückenstichen übersät und mit Wundbrand an Füßen und Beinen. Der 1,85 Meter große Matthew Allen war auf 40 Kilogramm abgemagert.

"Wir sind froh, dass wir ihn gefunden haben", sagte Polizist Ben Wrigley am Montag. Allen kam ins Krankenhaus, seine Verletzungen waren aber nicht lebensbedrohlich. Er ist nach Berichten der Lokalpresse leicht lernbehindert.

Allen wurde nur zwei Kilometer von seinem Elternhaus entfernt gefunden. Wanderer sahen ihn am Samstag und alarmierten die Polizei. Der Bursch war so geschwächt, dass er mit einer Seilwinde von einem Hubschrauber aus unwegsamem Gelände gerettet werden musste. Er sagte der Polizei, er habe Wasser aus einem nahen Bach getrunken. Die Region hatte Anfang des Jahres eine beispiellose Hitzewelle erlebt. Der Bach war fast ausgetrocknet.

Vermisstenanzeige

Allen hatte am 27. November sein Elternhaus in einem Vorort von Sydney verlassen. Er hatte kein Mobiltelefon mit. Als er nicht zurückkehrte, gab seine Familie eine Vermisstenanzeige auf, weil er nicht zurückkehrte. Die Polizei durchkämmte die Umgebung seit Wochen. In dem Gelände gibt es Wanderwege, wo immer viel Betrieb sei, berichtete die Polizei. "Er muss sich von Menschen ferngehalten haben", sagte ein Beamter der Lokalpresse.

Das unwegsame Buschland beginnt nur wenige Meter hinter der dem Vorort, in dem die Familie wohnt. "Ich hätte es nicht einen Tag lang dort ausgehalten", meinte ein Nachbar. Der Bursch habe womöglich Fische gefangen und Frösche gegessen.