15.000 Krokodile entwischt

AUSTRALIA CROCODILE FEEDING
Foto: APA/DAVE HUNT Die Krokodile (<em>Symbolbild</em>) entkamen von der Rakwena Crocodile Farm in den Limpopo River.

Heftige Überschwemmungen in Teilen Südafrikas bescherten den Tieren die Freiheit.

Rund 15.000 Krokodile sind von einer Farm in der südafrikanischen Provinz Limpopo entkommen. Die Besitzer der Anlage waren wegen heftiger Unwetter gezwungen, die Tore zu öffnen – sie fürchteten, die Wassermassen könnten die Mauern ihres Haus eindrücken.

Zwar hätten zahlreiche Krokodile inzwischen wieder eingefangen werden können, mindestens die Hälfte sei aber noch immer frei. Ein Tier sei sogar auf dem Rugby-Feld einer Schule in 120 Kilometern Entfernung aufgetaucht.

Mosambik in Not

Die Provinz Limpopo wurde zuletzt von schweren Regenfällen und Fluten getroffen, zehn Menschen kamen dabei bisher ums Leben. Im benachbarten Mosambik mussten zehntausende Menschen wegen der Wassermassen in Sicherheit gebracht werden. Im Jahr 2000 waren in Mosambik bei Überschwemmungen nach heftigem Regen 700 Menschen umgekommen. Gebiete mit etwa einer Million Einwohnern standen damals unter Wasser.

Wenn ein Krokodil zubeißt, gibt es meist kein Entkommen mehr. Schnelligkeit und eine ausgesprochen kräftige Kiefermuskulatur machen die Reptilien daher auch so gefürchtet. Doch im Maul eines Krokodiles stecken nicht nur respekteinflößende Zähne, sondern auch äußerst sensible Sinneszellen. Diese Sensoren sind noch empfindlicher als unsere Fingerspitzen und registrieren selbst die leisesten Berührungen, berichteten zwei US-Biologen im britischen "Journal of Experimental Biology" . Früher habe man vermutet, dass dies Drüsen sind, aus denen wasserabweisende Öle abgegeben werden, Rezeptoren für den Salzgehalt des Wassers oder auch Sinnesorgane für elektrische Felder, heißt es in dem Wissenschaftsmagazin. Die beiden Studienautoren Duncan Leitch und Kenneth Catania von der Vanderbuilt University in Nashville haben die knubbelartigen Hauterhebungen mit einem  Rasterelektronenmikroskop also genauer untersucht. Dabei zeigte sich, dass bereits kleinste Schwingungen im Wasser registriert werden und eine Reaktion auslösen. "Sobald die Tiere etwas fühlen, schnappen sie zu, und das innerhalb einer Zehntelsekunde", so die Forscher. Damit sei die Krokodilhaut sensibler als die der Fingerspitzen, die als eine der empfindlichsten Hautpartien des Menschen gelten. Nach Ansicht der Forscher nutzen die Tiere ihren ausgereiften Tastsinn, um schnell zwischen im Wasser treibenden Pflanzenresten und gehaltvollen Leckerbissen unterscheiden zu können. Doch nicht nur das - die Reptilien benötigen ihre sensible Schnauze auch noch für andere Dinge. Krokodilmütter helfen ihrem winzigen Nachwuchs nämlich häufig beim Schlüpfen, indem sie diese sanft aus dem Ei schälen.
(apa / aho) Erstellt am
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