Chronik | Welt
03.01.2018

Sturm Burglind: 155,9 km/h in Tirol gemessen

Im Tagesverlauf ist mit Sturmböen auch vermehrt im Norden und Osten zu rechnen.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat für Mittwoch und Donnerstag wegen des Sturmtiefs Burglind für zahlreiche Regionen Österreichs Sturmwarnungen ausgegeben.

Bis 14.00 Uhr wurden an der Messstation am Galzig (2.079 Meter) in Tirol 155,9 km/h verzeichnet. Dahinter folgte der Brunnenkogel (3.437 Meter) ebenfalls in Tirol mit 137,5 km/h. 128,2 km/h erreichte eine Windböe am Valluga in den westlichen Lechtaler Alpen auf Vorarlberger Gebiet in 2.805 Metern Seehöhe.

Böen von fast 200 km/h in der Schweiz

In der Schweiz wurden sogar Böen von fast 200 km/h gemessen.Der Verkehr auf Straße, Schiene und in der Luft war eingeschränkt, und auch Skilifte wurden geschlossen.

Vorboten des Sturms machten sich bereits in der Nacht bemerkbar. Auf dem Säntis wurden gegen 4.00 Uhr Böen von bis zu 146 Kilometern pro Stunde gemessen. Im Laufe des Vormittags wurden die Winde noch stärker. Laut Marco Stoll von MeteoSchweiz verzeichnete die Station auf dem Säntis Windspitzen von 160 Kilometern pro Stunde.

In den nächsten Stunden sollten vermehrt auch im Norden und Osten Sturmböen auftreten, so die ZAMG. Vereinzelt dürfte es auch im Süden stürmen.

Der Durchzug einer Kaltfront sollte in vielen Regionen zu Mittag und am Nachmittag kurzzeitig heftige Sturmböen, meist aus West, zwischen 80 und 100 km/h bringen. Vereinzelt dürften auch in tiefen Lagen mehr als 100 km/h möglich sein. Dies vor allem in den Tälern Westösterreichs und in exponierten Lagen im Flachland Ostösterreichs. Auf den Bergen musste man am Mittwoch mit Orkanböen über 120 km/h rechnen.

Entspannung am Donnerstag

Am Donnerstag sollte sich der Wind etwas abschwächen, die Böen würden meist 60 bis 80 km/h erreichen. Auf vielen Bergen wird der Sturm auch am Donnerstag 100 km/h und darüber aufweisen. Im Laufe des Tages sollte der Wind dann überall langsam nachlassen.

is kurz nach 11.00 Uhr verzeichnete die Messstelle am Tiroler Brunnenkogel (3.437 Meter) mit 137,5 km/h die höchste Windspitze. Dahinter folgten der Feuerkogel und der Patscherkofel mit 109,1 bzw. 105,1 km/h.

"Der für morgen in den betroffenen Gebieten erwartete Sturm weist hohes Gefahrenpotenzial auf", erklärte Stefan Thaler von der Tiroler Landeswarnzentrale. Ein Aufenthalt im Freien könne aufgrund herabfallender Äste, umstürzender Bäume und herumfliegender Gegenstände sehr gefährlich sein. "Aufgrund der vorhergesagten intensiven und länger andauernden Neuschneefälle in Kombination mit einer stark schwankenden Schneefallgrenze und Sturmböen, die bis in die Tallagen durchgreifen können, sind Waldschäden durch Schneebruch und Windwurf in den Bezirken Reutte und Landeck wahrscheinlich", warnte Dieter Stöhr vom Landesforstdienst. Er betonte, dass das Betreten von Wäldern in den gefährdeten Regionen am Mittwoch auf jeden Fall vermieden werden solle.

Orkanböen im Westen Deutschlands behindern den Verkehr

Orkanartige Böen mit mehr als 120 Kilometern pro Stunde sind am Mittwochmorgen über den Westen Deutschlands gefegt. In Nordrhein-Westfalen kam es zu vielen Verkehrsbehinderungen durch Tief "Burglind". Laut Polizei standen etwa Straßen in Essen und Mülheim unter Wasser, Gegenstände flogen umher. Ein umgestürzter Baum blockierte die wichtige Regionalbahnlinie zwischen Aachen und Düsseldorf.

Auch auf den Autobahnen A44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es laut WDR und Radio Duisburg zu Behinderungen. Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen bat Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren.

Sturm "Burglind" in der Schweiz

Vorboten des Sturms Burglind sind in der Nacht auf Mittwoch über die Schweiz gefegt. Auf dem Säntis wurden gegen 4.00 Uhr Böen von bis zu 146 Kilometer pro Stunde gemessen. Die Appenzeller Bahn kündigte an, den Betrieb teils einzustellen.

Laut Angaben mehrerer Wetterdienste bliesen die Winde auch im Flachland kräftig. Im Kanton Solothurn bei Welschenrohr Dünnern etwa betrug das Tempo 90. Auch Niederschläge zogen von Westen vor allem über den südlichen Teil des Landes. Über mögliche Sturmschäden war vorerst nichts bekannt.

Teile Irlands und Großbritanniens ohne Strom

Überschwemmte Straßen, umgestürzte Bäume und Tausende Haushalte ohne Strom: Sturm Eleanor hat in der Nacht auf Mittwoch in Teilen Großbritanniens und Irlands erhebliche Schäden angerichtet. Wie die BBC berichtete, wurde ein Mann in Wales verletzt, als ein Baum auf sein Auto stürzte.

Mehr als 12.000 Haushalte in Nordirland waren vorübergehend von der Stromversorgung abgeschnitten. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 Stundenkilometern traf der Sturm auf Irland. Dort waren 27.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom. In der Küstenstadt Galway im Westen Irlands kam es zu Überschwemmungen.