Chronik | Welt
15.06.2017

Sri Lanka: Haftbefehl gegen radikalen Buddhistenführer

Mönch soll zu Brandanschlägen gegen Muslime aufgerufen haben.

Weil er den Konflikt mit der muslimischen Minderheit geschürt haben soll, ist gegen einen buddhistischen Mönch in Sri Lanka Haftbefehl erlassen worden. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, geht der Haftbefehl auf den Vorwurf zurück, Galagodaatte Gnanasara habe im April 2014 den Koran, die heilige Schrift der Muslime, beleidigt.

Dem Chef der radikalen Partei Buddhist Force (BBS) wird überdies zur Last gelegt, er habe zu Brandanschlägen gegen Sri Lankas muslimische Minderheit aufgerufen. Gnanasara ist Ende Mai untergetaucht. Die Polizei teilte mit, dass sie am Donnerstag zwei seiner Mitstreiter festgenommen habe, die in einen Brandbombenanschlag auf eine Moschee im vergangenen Monat verwickelt gewesen sein sollen.

Konflikt zwischen Buddhisten und Muslime

Im mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka werden beinahe täglich muslimische Stätten mit Steinen beworfen oder entweiht. Gnanasaras BBS-Partei wird beschuldigt, zu den Gewalttaten aufgerufen zu haben. In einer Videobotschaft hatte die BBS jüngst erklärt, sie habe mit der Gewalt nichts zu tun. Stattdessen beschuldigte sie die Regierung, islamischen Extremismus zu tolerieren.

Regierungschef für härtere Gesetze

Wenige Monate, nachdem Gnanasara 2014 den Koran beleidigt hatte, waren in Sri Lanka islamfeindliche Krawalle ausgebrochen. Vier Menschen starben, Hunderte Häuser wurden zerstört. Regierungschef Ranil Wickremesinghe versprach am Mittwoch härtere Gesetze, um einen erneuten Gewaltausbruch zu verhindern.