Chronik | Welt
31.12.2017

Silvester: Die Welt feiert das Jahr 2018

Auch dieses Jahr versuchen sich Weltmetropolen mit Feuerwerkspektakeln gegenseitig zu übertreffen.

Das Jahr 2018 hat in vielen Regionen der Erde bereits begonnen. Als letztes begrüßen Menschen auf der zur Insel-Gruppe Amerikanisch-Samoa gehörenden Insel Tutuila das Jahr 2018. Dort feiern die Bewohner um 12.00 Uhr MEZ am Montag Happy New Year. Um 13.00 Uhr beginnt auf der Bakerinsel und der Howlandinsel das neue Jahr. Diese sind jedoch unbewohnt.

Australien feiert unter dem Regenbogen

Mit einem spektakulären Feuerwerk in Sydney hat Australien als eines der ersten Länder der Welt das neue Jahr begrüßt. In den Farben des Regenbogens erstrahlte das kaskadenartige Feuerwerk von der Hafenbrücke. Damit feierten die Menschen auch die Einführung der Homo-Ehe in dem Land.

Etwa 1,5 Millionen Menschen strömten in Sydney zu der Silvester-Feier am berühmten Opernhaus der Stadt zusammen. Das Fest fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt.

"Das ist eine fabelhafte Art, 2017 zu verabschieden", sagte Sydneys Bürgermeisterin Clover Moore und erinnerte daran, dass sich eine große Mehrheit der Australier für die Einführung der Homo-Ehe ausgesprochen hatte. Die für ihr gigantisches Silvester-Feuerwerk berühmte australische Metropole Sydney hatte mit dem Regenbogen-Feuerwerk bewusst eine politische Botschaft für 2018 senden wollen: Die Regenbogenflagge symbolisiert Toleranz und die Vielfalt von Lebensformen und wird weltweit von der Bewegung der Schwulen und Lesben genutzt.

Auch Neuseeland begrüßte bereits das Jahr 2018. Tausende kamen in der größten Stadt Auckland zur Silvesterfeier zusammen. Die Feierlichkeiten zum neuen Jahr werden danach über Asien, den Nahen Osten, Afrika und Europa nach Amerika wandern.

Mega-Lichtshow in Dubai

Statt mit einem riesigen Feuerwerk hat das Golfemirat Dubai das neue Jahr mit einer außergewöhnlichen Lichtshow rund um den höchsten Wolkenkratzer der Welt begrüßt. Der 828 Meter hohe Burj Khalifa wurde dabei ab 21.00 Uhr MEZ zur "Leinwand" für die knapp sechsminütige Show. Mit der Performance "Light Up 2018" will der Betreiber Emaar ins Guinness Buch der Rekorde kommen.

Mehr als 300 Experten, darunter mehr als 100 Hochhauskletterer, seien an der fünfmonatigen Vorbereitung der Show beteiligt gewesen, teilte Emaar im Vorfeld mit. Mit der Show solle auch der Gründungsvater der Vereinigten Arabischen Emirate, Sheikh Zaid bin Sultan al-Nahyan, geehrt werden, der 1918 geboren wurde.

Zurückhaltung in China

Gewohnt ruhig sind die Chinesen ins neue Jahr gerutscht. Denn nach dem chinesischen Mondkalender wird erst in der Nacht auf den 16. Februar das neue Jahr begrüßt. Zwar ist in China der 1. Jänner auch ein Feiertag, aber so richtig gefeiert wird im Reich der Mitte erst das chinesische Neujahrsfest in sechs Wochen, wenn das Jahr des Hundes beginnt.

In Peking und anderen Großstädten gingen gleichwohl vor allem junge Chinesen am Abend zum Essen aus oder feierten mit Freunden kleinere Partys. Westliche Fünf-Sterne-Hotels organisierten Silvesterfeiern für Ausländer und all jene, die zum Jahreswechsel auf den Putz hauen wollten. Feuerwerk gab es um Mitternacht (17.00 Uhr MEZ) aber nicht.

Papst verurteilt Kriege

Der Papst hat in seinem Dankes-Gottesdienst zum Jahresende zu mehr Solidarität aufgerufen und Kriege weltweit verurteilt. "Kriege sind ein offensichtliches Beispiel von absurdem Stolz", sagte Franziskus am Sonntag im Petersdom.

Das Kirchenoberhaupt verurteilte die "Lügen und Ungerechtigkeiten", die das Jahr 2017 "verschmutzt" hätten. Zugleich danke er den vielen Menschen, die sich für Gerechtigkeit einsetzten, sagte der Papst. Ausdrücklich sprach er im Beisein der römischen Bürgermeisterin Virginia Raggi all jenen Personen seinen Dank aus, die sich für das Wohl der Stadt Rom engagierten.

Frühlingstemperaturen in Wien

In Wien sind am Sonntag wieder Tausende Gäste aus dem In- und Ausland zum traditionellen Silvesterpfad geströmt. In den Nachmittagsstunden waren bereits knapp 300.000 Besucher unterwegs, gab das Stadt Wien Marketing, das die Open-Air-Party organisiert, in einer Aussendung bekannt. Das Treiben verlief laut Veranstalter bisher ohne jegliche Zwischenfälle.

Bei freiem Eintritt nutzten zahlreiche Gäste bereits ab dem frühen Nachmittag das bunte Programm. An elf Standorten in der City, aber auch im Prater und in der Seestadt Aspern wurden Live- und DJ-Musik, Kinderprogramm und Tanzkurse geboten.

Am Rathausplatz heizte am Nachmittag etwa die Band "Fräuleinwunder" dem Publikum mit deutschen Pophits ein. Ausgelassene Stimmung herrschte auch Am Hof, wo unter anderem "The New Commitments" auftraten und Soul-Klassiker interpretierten.

Der Graben mutierte bereits am Nachmittag zur großen Tanzfläche. Dutzende Besucher übten bei den Walzerkursen schon einmal für den Donauwalzer zum Jahreswechsel.

Millionen feiern in Rio

Bei einer der größten Silvester-Partys der Welt werden in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro rund drei Millionen Besucher erwartet. Die Stadtverwaltung rechnet bei der Feier am Strand der Copacabana mit einem neuen Besucherrekord. Um Mitternacht (3.00 Uhr MEZ) werden von elf Flößen in der Bucht von Rio de Janeiro 25 Tonnen Feuerwerk in den Nachthimmel geschossen.

Kälte in den USA

Nachdem die arktische Kältewelle weite Teile der USA auch zum Jahreswechsel fest im Griff hat, werden insgesamt 70 Millionen Menschen Silvester bei Kältewarnungen feiern. Auch die Hunderttausenden Menschen bei der traditionellen Feier am New Yorker Times Square müssen sich besonders warm anziehen. Wenn der berühmte Leuchtball zu Mitternacht herabgelassen wird, könnten die Temperaturen dem Wetterdienst zufolge bei minus 12 Grad Celsius liegen.

Selbst weit südlicher, bis Oklahoma, droht am Neujahrstag Eiseskälte von bis zu minus 17 Grad. Sogar die texanische Metropole Dallas und Georgias Hauptstadt Atlanta könnten Temperaturen um den Gefrierpunkt erleben. Und wie es aussieht, wird es in vielen Landesteilen bis gegen Ende der Woche ungewöhnlich kalt bleiben, teilweise sogar bis zum 8. Jänner, wie der Wetterdienst sagt. Erst dann soll das neue Jahr ein milderes Gesicht zeigen.

Spanien

In Madrid ist es mittlerweile schon Tradition: Mehrere Tausend Spanier und Touristen haben am Samstagabend an der Puerta del Sol wieder einen Tag zu früh das neue Jahr eingeläutet. Grund für die um 24 Stunden vorgezogene Party: Die Stadtverwaltung testet die Glocken an der Turmuhr des Gebäudes der Regionalregierung immer einen Tag vor Silvester.

Mann will sichergehen, dass die Glocken dann am 31. Dezember auch richtig funktionieren. Dabei wird fast genauso ausgelassen gefeiert wie bei der eigentlichen Neujahrsparty. Schon seit Jahren kommen immer mehr Menschen zu dem Testlauf. Lokale Medien berichteten, mehr als 20.000 Schaulustige hätten sich zu der Generalprobe eingefunden.

Viele folgen dabei auch einer Tradition, die eigentlich ebenfalls erst in der Silvesternacht ansteht: Bei jedem der zwölf Glockenschläge wird in Spanien eine Weintraube verspeist - das soll Glück für das neue Jahr bringen. Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz, um den Platz zu bewachen und die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten.