Chronik | Welt
13.05.2017

Scheidung: Mehr als halbe Milliarde Euro für Ex-Frau

Ex-Milliardär.Da das Ehepaar "gleiche Beiträge zum Wohle der Familie" geleistet hatte, muss der Mann viel zahlen.

539 Millionen Euro muss ein ehemaliger Londoner Öl- und Gas-Händler seiner Exfrau zahlen. Das dürfte die teuerste Scheidung Großbritanniens werden, beinahe die Hälfte seines gesamten Vermögens muss der nunmehr ehemalige Milliardär an seine fast 20 Jahre jüngere Ehemalige zahlen.

Mit dem Geld könnte sie sich den Fußballstar Lionel Messi und die gesamte Mannschaft der Austria Wien kaufen, sowie alle 775 Zimmer und die Fassade des Buckingham-Palastes sanieren. Die Dame dürfte Anderes damit im Sinn haben.

Das Paar hatte sich vor 24 Jahren in Moskau das Jawort gegeben – sie war damals Studentin, er bereits in der Energiebranche tätig. Danach zogen sie nach London und gründeten dort eine Familie und bekamen zwei Kinder. Mit seinem Energiegeschäft verdiente der Mann ein Vermögen und verkaufte 2012 seine Firma um 1,2 Milliarden Euro – dann brach die Ehe auseinander.

Ein Richter in London urteilte, dass die 44-jährige Exfrau einen Anteil von 41,5 Prozent am Vermögen des 61 Jahre alten Mannes erhalten muss, das noch immer etwa 1,2 Milliarden Euro groß ist. Das Gericht nannte bei der Bekanntgabe des Urteils nicht die Namen der früheren Eheleute, mehrere Medien identifizierten den Mann aber als einen aus dem Kaukasus stammenden Energiehändler.

Teurer Lebensstil

Die Begründung des Richters für die fast gleichwertige Aufteilung: Das Paar habe "gleiche Beiträge zum Wohle der Familie" geleistet. Die Arbeitsteilung sah wie folgt aus: Er erwirtschaftete das Vermögen, sie kümmerte sich um den Haushalt und zog die beiden mittlerweile erwachsenen Kinder groß. Das Paar schien bisher nicht gerade zurückhaltend gelebt haben: Die enorme Höhe des Vermögens, das der Exfrau zusteht, rechtfertigte der Richter auch mit dem bisherigen Lebensstil. Dem britischen Guardian zufolge argumentierte die Exfrau, knapp 47 Millionen Euro zu benötigen, um das Haus in England zu behalten, und 35 Millionen Euro, um Eigentum im Ausland zu kaufen. Pro Jahr kalkulierte sie 6,4 Millionen Euro für die Lebenshaltungskosten ein.

Die teuerste Scheidung weltweit bleibt jedoch nach wie vor die Trennung von Alec und Jocelyn Wildenstein: 2,3 Milliarden Euro bekam die wegen ihrer zahlreichen Schönheitsoperationen als "Katzenlady" berühmte Dame von ihrem Ex-Mann, der sie betrogen hatte.