Chronik | Welt
11.08.2017

Rafael Márquez im Visier der Ermittler

Zweifacher Champions-League-Sieger Rafael Márquez (38) soll bei Geldwäsche geholfen haben.

Rafael Márquez (38) gilt als einer der größten Fußballstars Mexikos. Doch plötzlich findet er sich neben berüchtigten Drogenbaronen und Terroristen auf einer schwarzen USListe: Laut amerikanischen Behörden unterhält er enge Verbindungen zu einem gefürchteten Drogenkartell.

Insgesamt setzte das amerikanische Finanzministerium 22 Mexikaner und 43 Unternehmen auf die schwarze Liste. Die Schlüsselfigur des Drogenkartells ist Raúl Flores Hernández. Dieser gilt seit Jahrzehnten als gerissener Verbrecher, der hervorragende Beziehungen zu anderen Kartellen pflegt und für seine Fähigkeiten, Einkünfte aus illegalen Drogengeschäften zu verschleiern in der Unterwelt geschätzt wird. Flores Hernández ist seit den 1980er-Jahren im internationalen Drogengeschäft aktiv. Er soll mit dem Sinaloa-Kartell zusammenarbeiten, das Geschäfte mit Drogen, Geldwäsche und Menschenhandel macht. Hernández benutzt gerne Strohmänner und hält sich lieber im Hintergrund auf, deshalb sind im Gegensatz zu den schillernden Bossen der Unterwelt auch nur sehr wenige Details über ihn bekannt.

Einer dieser Strohmänner soll der mexikanische Teilzeit-Kapitän und Ex-Barcelona Verteidiger Rafael Márquez sein. Der 38-jährige soll laut dem US-Finanzministerium seit geraumer Zeit gute Beziehungen zu Flores Hernández unterhalten und für diesen Geschäfte durchgeführt haben. Nun wird sein Vermögen in den Vereinigten Staaten eingefroren, außerdem wurden neun seiner Firmen und Organisationen auf die schwarze Liste gesetzt, darunter eine Fußballschule und eine Stiftung. US-Bürger dürfen außerdem keine Geschäfte mehr mit ihm machen, zudem wird sein Visum annulliert.

Gegen Raúl Flores Hernández liegt nun ein Auslieferungsgesuch der Vereinigten Staaten vor, er konnte nämlich vor drei Wochen in Mexiko verhaftet werden. In den USA werden ihm Bildung einer kriminellen Vereinigung und Drogenschmuggel vorgeworfen. Außerdem wurden mehrere seiner Immobilien beschlagnahmt, darunter ein Casino in Guadalajara.

Freiwillige Erklärung

"Ich weise kategorisch jedwede Verbindung zu dieser Organisation und zu den Taten zurück", sagte Rafael Márquez bei einer selbst einberufenen Pressekonferenz auf dem Vereinsgelände seines derzeitigen Vereins Atlas in Guadalajara. Er wurde zuvor auch bei der Staatsanwaltschaft vorstellig und bezeichnet die kommenden Tage als "das schwerste Spiel meines Lebens, aber ich werde es meistern."