Millionenstreit um Steve Jobs’ Yacht

NETHERLANDS STEVE JOBS YACHT
Foto: APA/OLAF KRAAK

Die „Venus“ lag an der Kette und darf den Hafen von Amsterdam verlassen.

Geiz ist geil – auch unter Multimilliardären. Die Erben des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs, seine Frau Laurene Powell und seine vier Kinder, haben sich nach monatelangem Streit mit dem französischen Star-Designer Philippe Starck geeinigt und das ausständige Honorar überwiesen. Die 80-Meter-Yacht „Venus“ war auf Antrag Starcks von einem Gerichtsvollzieher vorübergehend beschlagnahmt worden. Denn Starck hatte eine noch offene Rechnung von fast drei Millionen Euro für seinen Anteil an der Planung des hausähnlichen Schiffs eingemahnt. Das Schiff wurde somit an die Kette gelegt, jetzt darf es den Hafen von Amsterdam verlassen.

Die „Venus“ war erst im Oktober von der Yachtwerft Koninklijke De Vries ins Aalsmeer zu Wasser gelassen worden. Nach niederländischen Medienberichten soll ein Honorar von neun Millionen € vereinbart worden sein. Das wären sechs Prozent des geschätzten Baupreises von 150 Millionen €. Die Jobs-Erben seien hingegen von sechs Prozent der tatsächlichen Kosten ausgegangen, die mit 105 Millionen Euro geringer waren als erwartet worden war. Wie viel Geld nun tatsächlich an Philipp Starck überwiesen wurde, ist nicht bekannt.

Ein Mann, der die Welt bewegen sollte, im Jahr 1977. Steve Jobs hat 2011 nach vielen Jahren an der Spitze seines Konzerns das Ruder bei Apple aus gesundheitlichen Gründen abgetreten. Wenige Wochen später erliegt er einer bereits seit Jahren andauernden Erkrankung. Das Leben von Steve Jobs ist wie kaum ein anderes mit der Marke Apple verwoben: In der Highschool in Cupertino, Kalifornien, lernte Jobs einen anderen Steve kennen,... ... nämlich Steve Wozniak (li.), mit dem er eine wilde Leidenschaft für Elektronik-Produkte teilte. Zusammen mit Wozniak gründete Jobs 1976 Apple Computers. Das erste Produkt, der Apple I, war eine reine Platine für Bastler, ohne Bildschirm. Dennoch verkaufte sich das Teil sehr gut... ... und schon bald brachten Jobs und Wozniak den Nachfolger, Apple II, heraus. Hier Jobs mit dem Computer von 1977. Auch der Apple II wurde zum Verkaufserfolg und ermöglichte den Ausbau der Firma. Steve Jobs holte Anfang der 80er-Jahre den Pepsi-Mitarbeiter John Sculley (Mitte) an Bord. Eine maßgebliche Entscheidung in Jobs' Leben. Sculley wurde 1983 CEO von Apple. 1984 brachte Apple den Macintosh heraus, einen Computer für Jedermann, mit kompakten Ausmaßen und einer grafischen Benutzeroberfläche. Präsentiert wurde er während eines Bühnenauftritts von Steve Jobs. Diese Ansprachen von Steve Jobs vor großem, erwartungsvollen Publikum sollten zum Markenzeichen des Mannes werden, der es bald verstand, sich gekonnt selbst zu inszenieren. Diese Qualität nutzte Apple ab 1985 nichts mehr. Da verließ Jobs die Firma aufgrund interner Streitigkeiten, vor allem mit CEO Sculley. Noch im selben Jahr gründete Steve Jobs seine nächste Firma, NeXT Computers. Dessen NeXT Workstation setzte bald Standards für moderne Computer-Entwicklung. Ein weiteres Standbein schuf sich Jobs mit dem Kauf von The Graphics Group im Jahr 1986. Dieses Unternehmen wurde später in Pixar umbenannt, heute ein Gigant am Sektor von Animations-Filmen. Ein paar Jahre später kehrte Jobs zu Apple zurück. NeXT wurde von Apple 1996 um über 400 Millionen Dollar gekauft. 1997 wurde Jobs zum CEO ernannt und läutete eine neue Ära beim Betrieb ein. 1998 brachte Apple den iMac heraus, einen All-in-One-PC in neuartigem Design. Design sollte auch künftig... ... eine wichtige Rolle bei Apple spielen. Jobs lenkte die Firma in bisher unbefahrene Gewässer. 2001 brachte Apple den ersten iPod heraus, eine Marke, die bereits 2004 (Cover-Bild) zum Inbegriff für Musik-Player geworden war... ... und die bis in die Gegenwart (hier Jobs mit iPod im Jahr 2008) fortgeführt wurde. Der Rest der Geschichte dürfte weitgehend bekannt sein: iPhone, iPad, iCloud etc.. Steve Jobs hat seinen Namen untrennbar mit Apple verknüpft und sich zum Big Player im Geschäft gemacht. So reich wie Microsoft-Konkurrent Bill Gates (re.) wurde Jobs nie, so mächtig aber bestimmt. Im Laufe der Jahre... ... veränderte sich Jobs sichtbar. Vom gutgenährten Pummelchen entwickelte sich der Mann allerdings zum Strich in der Landschaft. Jobs schlechter werdender Gesundheits-Zustand war offensichtlich. Die Unternehmensführung bei Apple hatte Jobs zwischenzeitlich bereits seinem Chief Operating Officer Tim Cook überlassen. Am 24. August 2011 tat er dies endgültig und zog sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Die Apple-Welt würde nicht mehr dieselbe sein, soviel war damals schon klar. Am 6. Oktober nachts (in Kalifornien ist es 5. Oktober, Nachmittag) stirbt Steve Jobs. Wer Gedanken, Erinnerungen und Kondolenz hinterlassen will, kann diese unter der E-Mail-Adresse rememberingsteve(AT)apple.com einsenden.

(KURIER) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?