Der Sarg eines toten RK-Helfers wird in Afghanistan transportiert.

© REUTERS/AFGHANISTAN/STRINGER

Afghanistan
02/08/2017

Nach Angriff: Rotes Kreuz pausiert Arbeit in Afghanistan

Nach dem Tod von mindestens sechs Mitarbeitern setzt das IKRK seine Arbeit in Afghanistan vorerst aus.

Das Rote Kreuz hat seine Arbeit in Afghanistan nach einem tödlichen Angriff auf einen Hilfstransport ausgesetzt. Bis klar sei, was genau bei dem Einsatz im Norden des Landes geschehen sei, werde die Arbeit unterbrochen, sagte Dominik Stillhart vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Mittwoch in Genf zu Reuters TV.

Mindestens sechs afghanische Mitarbeiter des IKRK wurden nach Angaben der Regierung der Provinz Jowzjan get√∂tet. Vermutlich h√§tten K√§mpfer der radikalislamischen IS-Miliz den Konvoi √ľberfallen, der Hilfsg√ľter zu den unter heftigen Schneest√ľrmen leidenden Menschen in der Region bringen wollte. Der IS sei dort sehr aktiv, sagte Gouverneur Lotfullah Asisi zu Reuters.

Zwei weitere Vermisste

Zwei weitere Mitarbeiter w√ľrden vermisst, teilte das IKRK mit. Die Gruppe habe aus drei Fahrern und f√ľnf Helfern bestanden. Sie habe Bauern Viehfutter liefern wollen. "Diese Mitarbeiter haben schlicht ihre Pflicht getan, sie haben selbstlos versucht, den Menschen vor Ort zu helfen und sie zu unterst√ľtzen", sagte IKRK-Pr√§sident Peter Maurer.

Nach den beiden Vermissten werde gesucht, sagte der Polizeichef von Jowzjan. Die Leichen der getöteten Helfer seien bereits in die Provinzhauptstadt gebracht worden.

Ein Sprecher der radikalislamischen Taliban erkl√§rte, seine Gruppe sei nicht in den √úberfall auf den Hilfstransport verwickelt. Die Taliban w√ľrden alles tun, um die T√§ter zu finden.

Angriffe auch in Syrien

Auch in Syrien wurden Helfer angegriffen. Dabei wurden in Aleppo vier Mitarbeiter des Roten Halbmondes, der Schwesterorganisation des IKRK, verletzt. Sie h√§tten Hilfsg√ľter in Aleppo verteilt, teilte der Rote Halbmond mit. Das IKRK erkl√§rte, bei einem Angriff in einem Stadtteil Aleppos seien drei Menschen ums Leben gekommen und sieben verletzt worden, unter ihnen auch Mitarbeiter des Roten Halbmondes.

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