Chronik | Welt
31.08.2017

Monsun: Mehr als tausend Tote in Indien

So heftig war der Monsun seit Jahren nicht mehr: In Südasien sind seit Beginn der Regenzeit mehr als 1500 Menschen ums Leben gekommen.

Nach den heftigen Monsun-Regen in Südasien leiden immer noch Millionen Menschen in Indien, Nepal und Bangladesch unter den Folgen der Überflutungen. Die Zahl der Todesopfer seit dem Beginn der heftigen Regenfälle am 10. August stieg unterdessen auf mehr als tausend, wie die Behörden mitteilten.

Allein im ostindischen Bundesstaat Bihar starben bisher 367 Menschen, wie ein hochrangiger Vertreter der dortigen Katastrophenschutzbehörde sagte. Fast elf Millionen Menschen in 19 Bezirken des Bundesstaates seien von den Folgen der Überschwemmungen betroffen. 450.000 Einwohner wurden in staatlichen Notunterkünften untergebracht. Im Nachbarstaat Uttar Pradesh wurde fast die Hälfte der Fläche überschwemmt. Mit 220 Millionen Einwohnern ist Uttar Pradesh der bevölkerungsreichste Bundesstaat Indiens. Aus Nepal wurde gemeldet, das Hochwasser habe 80.000 Häuser zerstört. In Bangladesch sanken die Pegelstände der beiden größten Flüsse Brahmaputra und Ganges nur langsam. Bisher seien mehr als 7,5 Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen gewesen, erklärte Bangladeschs Katastrophenschutzbehörde.

Hochwasser sorgte für Verkehrschaos

Die Überschwemmungen in Indien hatten rasch auch die indische Metropole Mumbai erreicht. Nach heftigen Regenfällen waren zahlreiche Straßen der 20-Millionen-Einwohner-Stadt überschwemmt, wegen Störungen des Zugverkehrs saßen hunderte Menschen auf Bahnhöfen fest. In Vororten von Mumbai stürzten zwei Häuser ein, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dabei seien zwei Kleinkinder und ein 40-Jähriger ums Leben gekommen. "Ein höher gelegenes Haus ist auf das darunter gestürzt und dort saßen die Bewohner fest", sagte der Polizeisprecher. Die Beseitigung der Trümmer dauere an. Das Hochwasser beeinträchtigte auch den in Indien so wichtigen Zugverkehr. "Ich musste die Nacht in meinem Büro verbringen, weil die Zugverbindungen gestrichen wurden", sagte der Bankangestellte Vijaya Das.

Mindestens ein Dutzend Tote in Pakistan

Der heftige Monsunregen hat auch in der pakistanischen Hafenstadt Karachi Überschwemmungen ausgelöst. Nach Angaben der Rettungskräfte und Behörden kamen dabei mindestens ein Dutzend Menschen ums Leben. In der Millionenstadt standen Straßen unter Wasser, der Bahn- und Flugverkehr war unterbrochen. Schulen blieben geschlossen, wie Bürgermeister Wasim Akhtar sagte. Die meisten der Opfer wurden von Stromschlägen getötet. Die Retter befürchten, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte. Meteorologen warnten vor weiterhin viel Regen im Süden Pakistans in den kommenden Tagen.