Maya-Pyramide in Campeche, Mexiko

© REUTERS/STRINGER/MEXICO

Junger Forscher
05/11/2016

Mexiko: 15-Jähriger entdeckt Maya-Stadt

Sternenbilder und Satellitenfotos brachten den Kanadier auf die Spur.

von Susanne Bobek

Der 15-jährige Kanadier William Gadoury aus Quebec hat vermutlich eine untergegangene Maya-Stadt im Dschungel der mexikanischen Halbinsel Yucatán entdeckt. Das bestätigte die kanadische Weltraumagentur CSA, wo Gadoury im grauen Anzug bereits Vorträge hält. Allerdings werden auch schon Zweifel an seiner Theorie und Entdeckung laut.

Das junge Genie interessiert sich für die Maya und vermutete, dass die Sternbilder der Maya den Baumeistern der mittelamerikanischen Hochkultur als Inspiration für die Planung ihrer Städte dienten. Mithilfe von Google Maps verglich er die Sternbilder mit der Lage der bekannten Maya-Pyramiden. Die Lage von 117 untersuchten archäologischen Stätten korrespondierte mit den Sternenkarten der Maya. Nur einem Stern konnte er keine Stadt zuordnen. William Gadoury vermutete eine verschollene Stätte in einem wenig erschlossenen Teil Yucatáns. Der selbstbewusste Jungforscher wandte sich an die CSA und bat die Forscher dort um hochauflösende Satellitenbilder und Radaraufnahmen.

Gadoury bekam, was er wollte, und wurde fündig. Die gerade Form des Quadrates, das auf den Satellitenbildern zu sehen ist, weise auf eine von Menschen erbaute Pyramide hin. Solche gleichmäßigen Formen kämen in der Natur nicht vor. William Gadoury hat seiner vermeintlich neu entdeckten Stadt bereits einen Namen gegeben: "K’aak Chi" – das heißt so viel wie "Mund des Feuers". Daneben soll der 15-Jährige die Möglichkeit bekommen, seine Ergebnisse in einem Wissenschaftsmagazin vorzustellen.

Staunen und Zweifel

CSA-Forscher Daniel De Lisle ist jedenfalls fasziniert von der Arbeit des Jungforschers: "Vielleicht befindet sich dort wirklich eine unbekannte Stadt unter dem Blätterdach. Es gibt dort einige Gebilde, die aussehen wie von Menschen gemacht", sagte er dem Sender CBC.

Andere Wissenschafter meldeten allerdings Zweifel an. Besonders drastisch äußerte sich David Stuart, Direktor des Mesoamerica Centers der Universität von Texas. Die Theorie sei falsch und "ein fürchterliches Beispiel für Schrott-Wissenschaft". Die Maya hätten ihre Städte niemals anhand von Sternbildern geplant, und die auf den Satellitenbildern zu sehende Struktur sei lediglich ein altes Maisfeld, schrieb er auf Facebook. Ob richtig oder falsch, soll eine Expedition klären.

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