Chronik | Welt
29.04.2018

Kundgebung nach Aktion von Identitären in französischen Alpen

Die Kundgebung in Gap fand unter dem Motto "Gastfreundlichkeit für Migranten hat keine Grenzen" statt.

In den französischen Alpen haben am Samstag etwa 200 Menschen gegen einwandererfeindliche Aktionen von Rechtsextremen protestiert. Die Kundgebung in Gap fand unter dem Motto "Gastfreundlichkeit für Migranten hat keine Grenzen" statt. Es gehe um eine "Botschaft der Solidarität", sagte die linksgerichtete Europaabgeordnete Marie-Christine Vergiat der Nachrichtenagentur AFP.

Der Staat tue derzeit nichts "gegen eine rechtsextreme Gruppe, die versucht hat, die Grenzen zu schließen", kritisierte Vergiat. Es sei ein Problem, dass die Behörden die "Identitäre Bewegung" gewähren ließen. Auch der Sprecher der Flüchtlings-Hilfsorganisation Tous migrants, Michel Rousseau, kritisierte, der Staat mache "seine Arbeit nicht".

Aktionen der "Ultra-Rechten" und der "Ultra-Linken"

Aktivisten der Bewegung Defend Europe (Europa verteidigen), die mit den Identitären in Verbindung steht, wollen nach eigenen Angaben durch die Berge patrouillieren, damit kein Einwanderer illegal nach Frankreich kommt. Die Aktion hatte vor einer Woche begonnen. Als Reaktion darauf hatten linksgerichtete Aktivisten mit illegalen Einwanderern die Grenze nach Frankreich überschritten. Drei Aktivisten, zwei Schweizer und eine Italienerin, wurden festgenommen.

Der französische Innenminister Gerard Collomb kritisierte, es handle sich um Aktionen der "Ultra-Rechten" und der "Ultra-Linken". Er schickte zusätzliche Polizeikräfte in die Alpen, um "den absoluten Respekt der Grenzkontrollen sicherzustellen".

Auch in Österreich existiert eine "Identitäre Bewegung". Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft - wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung und der Verhetzung sowie nachrichtendienstlicher Aktivitäten zum Nachteil Österreichs.