Kinoschütze von Aurora ohne jede Regung

Colorado shooting suspect James Holmes is pictured
Foto: Reuters/STRINGER Gerichtszeichnung von James Holmes.

Anhörung soll klären, ob James Holmes zurechnungsfähig ist. Er hatte im Juli zwölf Menschen in einem Kino getötet.

Knapp ein halbes Jahr nach den Schüssen in einem Kino in Aurora (Colorado) erfährt die Öffentlichkeit erstmals Einzelheiten über die grausigen Szenen und den Todesschützen. Zum Auftakt einer mehrtägigen gerichtlichen Anhörung in Centennial schilderte ein Polizist laut Medienberichten am Montag, wie äußerst ruhig und entspannt der Amokläufer James Holmes bei seiner Festnahme kurz nach dem Blutbad gewesen sei.

Holmes hatte am 20. Juli 2012 während der Premiere eines "Batman"-Films das Feuer eröffnet und zwölf Menschen getötet sowie fast 80 verletzt. Er ist in mehr als 160 Punkten angeklagt, darunter Mord und versuchter Mord. Bei der Anhörung soll entschieden werden, ob der Prozess gegen den 25-Jährigen eröffnet werden soll.

Dazu muss die Anklagevertretung erstmals die Beweise offenlegen, die sie gegen Holmes hat. Kern ist dabei die Frage, ob Holmes zum Zeitpunkt der Tat zurechnungsfähig war und in der Lage ist, dem Prozess zu folgen.

"Holmes stand einfach nur da"

"Es war, als ob es überhaupt keine normalen gefühlsmäßigen Reaktionen bei ihm gebe", zitierte unter anderem die Denver Post Polizist Jason Oviatt am Montag im Zeugenstand. "Holmes stand nur einfach da. Er tat nichts... Er war nicht in Eile. Nicht erregt."

Colorado Shooting Foto: AP/RJ Sangosti James Holmes im Juli vor Gericht

Dem Sender CNN zufolge verfolgte Holmes die Aussagen im Gerichtssaal mit ausdruckslosem Gesicht und sagte kein Wort - auch als ein weiterer Zeuge mit tränenerstickter Stimme die Blutlachen im Kino geschildert habe. Sein buschiges Haar und langer Bart hätten im scharfen Kontrast zu dem rot gefärbten Haaren bei seinem ersten Gerichtsauftritt nach dem Massaker gestanden.
 

Kein Prozess gegen weiteren Amokläufer

Rueckblick 2012: April Foto: AP/Paul Sakuma Psychiater haben dem Amokläufer vom April paranoide Schizophrenie attestiert Einem weiteren Amokläufer, der im vergangenen April an einem kalifornischen College sechs Frauen und einen Mann im Alter von 21 bis 53 Jahren getötet hatte, wird nicht der Prozess gemacht. Der 44-jährige Mann sei psychisch gestört und könne nicht vor Gericht gestellt werden, befand US-Richterin Carrie Panetta am Montag. Der frühere Student koreanischer Herkunft wird in einer geschlossenen Anstalt untergebracht. Er hatte als Motiv angegeben, dass er auf eine Angestellte der privaten Oikos Universität und auf Mitschüler wütend gewesen sei.

(APA/dpa) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?