Politik 03.04.2012

Sieben Tote bei Amoklauf an US-Uni

© Bild: REUTERS

Ein Mann hat an einem religiös ausgerichteten Privatcollege das Feuer eröffnet. Mehrere Personen wurden getötet.

Eine Person, die drinnen war, sagte zu mir: Da ist ein verrückter Typ. Und dann schilderte sie noch, dass jemandem neben ihr in die Brust geschossen wurde", sagte Brian Snow dem kalifornischen TV-Sender KGO-TV. Er war zufällig an der privaten christlichen Oikos-University in Oakland vorbeigekommen, an der es am Montag zu einer blutigen Schießerei kam. Mindestens sieben Menschen wurden getötet, drei schweben schwer verletzt in Lebensgefahr. Oaklands Polizeichef Howard Jordan sprach von einem "schockierenden und sinnlosen" Verbrechen. Der Täter soll ein ehemaliger Student sein.

Den am Vormittag von einem Notruf vom College-Gelände alarmierten Beamten habe sich am Tatort eine "extrem chaotische Szene" geboten, sagte Jordan. Einige Studenten wären in Panik geflüchtet, andere hätten sich in den Klassenzimmer verbarrikadiert. Die Polizei brach Fenster und Türen auf, um zu den Opfern vorzudringen. Anfangs hätte man nicht gewusst, ob sich der Täter und möglicherweise Komplizen noch in dem Gebäude befänden.

30 Schüsse

Der Täter hatte offenbar ein Klassenzimmer betreten und sofort gefeuert. Der Gründer der Hochschule, Pastor Jong Kim, sagte der Oakland Tribune, dass mindestens 30 Schüsse abgegeben worden seien. "Stellt euch in eine Reihe, ich werde euch alle töten", habe der Todesschütze gesagt. Dies berichtete der Bruder einer 19-jährigen Studentin, die eine Schussverletzung am Arm erlitt.

Die Studenten glaubten zunächst an einen Scherz. Der Mann soll zuletzt vor vier Monaten noch an Kursen teilgenommen haben. In dem zweiten Raum, in dem Unterricht stattfand, verriegelten die Studenten nach den ersten Schüssen geistesgegenwärtig die Tür.

"Die Lage ist äußerst angespannt", warnte Polizei-Sprecherin Johanna Watson in einer spontanen Pressekonferenz, die der amerikanische Fernsehsender CNNlive übertrug. Da war die gefährliche Polizeiaktion noch in vollem Gang. Das gesamte Areal wurde weiträumig abgesperrt, das Uni-Gebäude umstellt. Wenig später wurde bekannt, dass der mutmaßliche Schütze wenige Kilometer vom Tatort entfernt in einem Einkaufszentrum gefasst werden konnte.

Täter ist ehemaliger Student

Oikos Universität in Oakland bei San Francisco
© Bild: dapd

Laut ersten Berichten handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen 43-jährigen Mann koreanischer Herkunft mit auffällig kräftiger Statur. Er soll Kleidung in Khaki-Farben getragen haben. Pastor Jong Kim sagte, der Täter sei ein früherer Krankenpflegeschüler. Er sei aber nicht sicher, ob der Mann von der Schule verwiesen worden sei oder sie freiwillig verlassen habe. Über das Motiv wurde zunächst nichts bekannt.

Laut der Homepage der Oikos University, die sich in der Nähe des Oakland International Airports befindet, bietet die Hochschule unter anderem Studien in Theologie, Musik und asiatischer Medizin an. Hauptziel sei es aber, "spirituelle christliche Führungspersönlichkeiten" heranzubilden.

Es ist der schwerste Gewaltausbruch an einer Schule in den USA seit 2007. Damals hatte ein Student an einer Universität im Bundesstaat Virginia 32 Menschen erschossen und dann sich selbst getötet.

Erstellt am 03.04.2012