Chronik | Welt
24.02.2018

Kindermörder-Suche in den Niederlanden mittels DNA-Massentest

21.500 Männer zwischen 18 und 75 Jahren aus der niederländischen Grenzregion sind aufgerufen, freiwillig eine DNA-Probe abzugeben.

Nach fast 20 Jahren nimmt die Polizei einen letzten Anlauf, um den Mord an einem Buben im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bei Aachen aufzuklären: Im niederländischen Landgraaf hat am Samstag ein DNA-Massentest begonnen, wie eine Polizeisprecherin bestätigte. 21.500 Männer zwischen 18 und 75 Jahren aus der niederländischen Grenzregion sind aufgerufen, freiwillig eine DNA-Probe abzugeben.

Die Proben werden mit der DNA-Spur eines Mannes an der Kinderleiche abgeglichen. Der kleine Nicky Verstappen war im August 1998 aus einem Zeltlager im Grenzgebiet Brunssummerheide nordwestlich von Aachen spurlos verschwunden. Die Polizei fand die Leiche am nächsten Tag. Obwohl die Todesursache nicht eindeutig geklärt werden konnte, geht die Polizei von Mord aus.

Um die Chancen für einen neuen Ermittlungsansatz zu erhöhen, sucht die Polizei mit einer speziellen Methodik nach einem männlichen Verwandten des Mannes, der die Spur an Nicky hinterließ. Die Ermittler wollen mit der sogenannten DNA-Verwandtschaftsuntersuchung etwa nach einem möglichen Onkel oder Enkel des Täters suchen. Auch entfernte Verwandte oder Verwandte, die nach der Tat 1998 geboren wurden, haben in ihrer DNA Übereinstimmungen mit der DNA-Spur, die bei dem Opfer hinterlassen wurde. Die Ermittler wollen bei der Suche nach dem Täter damit ihre Optionen erweitern. Die Tests sollen bis Mitte März laufen. Zur Zielgruppe gehören Männer, die im August 1998 in dem Untersuchungsgebiet lebten und weggezogen sind oder dort noch immer leben.