US-Großunternehmen sind zur Vorsicht aufgerufen

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USA
08/28/2014

Hacker-Angriff auf Banken: FBI verdächtigt Russland

Datendiebstahl bei US-Großbanken: Man vermutet einen Racheakt für jüngste Handelssanktionen.

Die US-Bundespolizei FBI untersucht, ob Russland sich mit einer staatlich gesteuerten Cyberattacke für die Sanktionen aus dem Westen gerächt haben könnte: Bei einem Großangriff auf das US-Finanzsystem seien Mitte August Daten der Bank JPMorgan und anderer Geldinstituts gestohlen worden, berichtete der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf zwei mit den Ermittlungen vertraute Personen.

Ein Mitglied der US-Regierung habe den Angriff auf JPM bestätigt und sogar von vier weiteren Banken gesprochen, die attackiert worden seien, meldete Bloomberg am Mittwochabend. Es soll sich um einen äußerst professionell ausgeführten Cyberdiebstahl sehr großer Mengen von Kundendaten handeln.

Auch europäische Banken betroffen?

Den Quellen zufolge könnten auch große europäische Banken Opfer der Hackerattacke geworden sein. Laut einer Bank, die nicht selbst betroffen gewesen, aber vom FBI gebrieft worden sein soll, wurden sogar Informationen erbeutet, die zur Liquidierung von Kundenkonten genutzt werden könnten.

"Firmen unserer Größe haben es leider fast jeden Tag mit Cyberangriffen zu tun", sagte eine JPMorgan-Sprecherin dem Wall Street Journal, das übereinstimmend mit Bloomberg berichtete. "Wir haben mehrere Verteidigungsebenen, um diesen Bedrohungen zu begegnen", so die Sprecherin weiter.

250 Millionen Dolar für Cybersicherheit

Die Bank soll in den vergangenen Wochen einige Mitarbeiter angeheuert haben, die im Verteidigungsministerium Erfahrungen mit Hackerabwehr gesammelt haben. JPM-Chef Jamie Dimon hatte bereits in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre angekündigt, man werde 2014 mehr als 250 Millionen Dollar in die Hand nehmen und etwa 1.000 Leute einstellen, um für Cybersicherheit zu sorgen.

Der Stil der Angriffe deute auf eine mögliche Verbindung nach Russland oder Osteuropa hin, hieß es in den Berichten. Die US-Sicherheitsdienste hätten zudem Spuren gefunden, die auf die Verwicklung einer Regierung hindeuteten. Sie seien sich aber noch nicht sicher. Nun soll auch die NSA bei der Aufklärung mithelfen.

Das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen hat sich wegen des Ukraine-Konflikts stark verschlechtert. USA und EU versuchen vor allem mit verschärften Sanktionen Druck auf Russland aufzubauen. Neue Maßnahmen Brüssels hatte Moskau unlängst mit einem Einfuhrverbot auf Agrarprodukte aus der EU beantwortet.

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