Schräg, aber anerkannt: Die Asatru-Gemeinde verehrt nordische Götter

© REUTERS/STRINGER

Island
06/15/2016

Götter, Elfen und Jedi-Ritter: Skurrile Fakten über Island

Schräge Tatsachen über den Inselstaat, der als Underdog bei der Fußball-EM ein 1:1 gegen Portugal schaffte.

von Alexandra Uccusic

Das 1:1 gegen Portugal wurde in Island wie ein Sieg gefeiert. Viele Menschen stießen mit Bier auf das Ergebnis an – einem Getränk, das im Land 74 Jahre lang verboten war und sich nun umso größerer Beliebtheit erfreut: Ähnlich wie in den USA gab es Anfang des 20. Jahrhunderts die Prohibition. Bier mit mehr als 2,25 Prozent Alkohol blieb bis 1. März 1989 verboten. Seither feiert Island jedes Jahr am 1. März den "Tag des Bieres".

Naturgeister

Viele Isländer glauben an Elfen und Geister, das sogenannte Huldufolk. Dies ist in der Kultur seit Jahrhunderten tief verwurzelt. Den Naturgeistern gemein ist, dass sie dem Glauben zufolge etwa in Felsen und auf Hügeln leben. Im Land gibt es eine eigene Elfen-Beauftragte, und der Elfen-Schutz verhindert immer wieder Bauprojekte. 2015 musste ein Lava-Brocken, der laut Überzeugung vieler Menschen eine "Elfenkirche" beherbergt, einer Straße weichen. Arbeiter versetzten den 70-Tonnen-Felsen behutsam an eine andere Stelle.

Andere Isländer wiederum verehren die Wikinger-Götter: 2015 wurde der erste Tempel für Odin, Thor und Co. seit rund tausend Jahren errichtet. Die Asatru-Gemeinde, die an nordische Götter glaubt, ist eine staatlich anerkannte Religionsgruppe.

Polit-Kabarettist

Schräge Kulte sind in Island weit verbreitet; die diversen "Star Wars"-Figuren haben eine besonders große Fangemeinde. 2015 wurde eine Straße in der Hauptstadt Reykjavik nach dem berühmten Bösewicht Darth Vader benannt. Der ehemalige Bürgermeister von Reykjavik, Jon Gnarr, der bekennender "Star Wars"-Fan ist und gerne im Jedi-Ritter-Kostüm posiert, hatte sich für die Sache starkgemacht.

Jon Gnarr, der vor seiner Polit-Karriere Kabarettist war, regierte die Stadt von 2010 bis 2014 – und das so erfolgreich, dass viele Isländer ihn gerne als Präsidenten gesehen hätten. Doch der damals 48-jährige Gnarr lehnte 2015 eine Kandidatur ab. Er sehe sich eher als Anarchist und Autor denn als Politiker, erklärte Gnarr, der eine Schulreform durchgesetzt und es mit der Finanzkrise aufgenommen hatte.

Kein McDonald’s

Island wurde von der Wirtschaftskrise extrem hart getroffen – was zum Teil auch kuriose Folgen hatte: McDonald’s gab das Land 2009 wegen zu hoher Importkosten auf. Island ist also McDonald’s-freie Zone. Dafür ist der Coca-Cola-Konsum pro Kopf der höchste weltweit. Und eine lokale Delikatesse ist nichts für Empfindliche: Manche Isländer essen gerne das rohe, noch warme Herz eines Papageientauchers.

Island besteht zum Großteil aus Lavagestein; Gletscher, heiße Quellen (Geysire) und Vulkane prägen die Landschaft. Das Baden in den "Hot Pots" ist sehr beliebt. Damit das Wasser, dem meist keine Chemie zugesetzt wird, nicht verunreinigt wird, müssen Badegäste gründlich duschen – und zwar nackt. In manchen Bädern sind Duschkontrolleure im Einsatz, die überprüfen, ob jemand heimlich seine Badekleidung anbehält.

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