Chronik | Welt
13.01.2013

Gedenken an Havarie der Costa Concordia

Vor einem Jahr starben 32 Menschen, als das Kreuzfahrtschiff vor Giglio einen Felsen rammte und sank.

Auf der italienischen Insel Giglio haben am Sonntag die Gedenkfeiern für die 32 Todesopfer des Unglücks der Costa Concordia vor genau einem Jahr begonnen. Die Feiern starteten mit der Wiederherstellung des von dem Kreuzfahrtschiff beschädigten Riffs. Die "Costa Concordia" hatte in der Unglücksnacht das Riff gerammt und den Felsen herausgerissen.

Danach wurde auf der Insel eine Messe gefeiert. Daran beteiligten sich hunderte Angehörige der Opfer und viele Überlebende der Unglücksnacht. Zudem sollen Gedenktafeln enthüllt und ein klassisches Konzert aufgeführt werden. Der Höhepunkt beginnt am späten Abend: Nach einer Schweigeminute um 21.45 Uhr sollen im Hafen Sirenen aufheulen. Um diese Uhrzeit kollidierte die "Concordia" mit dem Felsen.

Vorwürfe

Das mit 4.200 Passagieren - darunter auch 77 Österreicher - besetzte Schiff war am 13. Jänner 2012 vor Giglio auf einen Felsen aufgelaufen und binnen Stunden gesunken. Nach dem Unglück war heftige Kritik an der Betreibergesellschaft und am Kapitän laut geworden. Das Schiff sei viel zu spät evakuiert worden, der Kapitän Francesco Schettino zu früh von Bord gegangen und habe hunderte Passagiere im Stich gelassen, hieß es. Schettino drohen wegen fahrlässiger Tötung 20 Jahre Haft, der Prozess soll in den nächsten Monaten beginnen. Die Costa Concordia selbst liegt auch heute noch vor Giglio auf Grund, mit einer Bergung ist laut Rederei nicht vor September zu rechnen.

Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Betreiber der "Costa Concordia", rechnet mit Bergungskosten für das Wrack von 400 Millionen Dollar (etwa 305 Millionen Euro). Das wären 100 Millionen Dollar mehr als bisher angenommen, teilte die Reederei am Samstag bei einer Pressekonferenz mit. Einen genauen Termin für die Bergung des Schiffes wollte Costa Crociere nicht nennen. Allerdings rechne man mit einer Bergung noch vor dem Ende des Sommers.

Zivilschutzchef Franco Gabrielli versicherte, dass bisher die Umweltbelastung wegen des Wracks im Meer "absolut minimal" gewesen sei. Der Zivilschutz habe stets mit Transparenz gehandelt. "Wir haben niemals Daten über die Umweltlage rund um die Insel Giglio verheimlicht", so Gabrielli.