Chronik | Welt
15.12.2017

Frankreich: Vier Kinder bei Unfall mit Schulbus getötet

Bus kollidierte mit einem Regionalzug. Einige der Verletzten schweben noch in Lebensgefahr.

Einen Tag nach dem Zusammenstoß eines Schulbusses mit einem Zug in Südfrankreich gehen die Behörden nun wieder von vier Todesopfern aus. Die Präfektur von Perpignan korrigierte am Freitag frühere Angaben, nach denen sechs Kinder und Jugendliche ums Leben gekommen seien.

Zunächst hatte die Präfektur bestätigt, dass zwei Mädchen ihren schweren Verletzungen erlegen seien. Später zog sie diese Angaben zurück. Mehrere der Verletzten sollen aber immer noch in Lebensgefahr schweben.

Staatspräsident Emmanuel Macron sicherte via Twitter maximale Hilfe der Behörden für die Opfer zu. Perpignan liegt am Mittelmeer nahe der spanischen Grenze. Die Polizeipräfektur des Departements Pyrenees-Orientales bestätigte am Abend den Unfall und zahlreiche Opfer, äußerte sich aber nicht zur Zahl der Opfer.

Laut Nachrichtensender Franceinfo war der Zug gegen 16.00 Uhr an einem Übergang auf den hinteren Teil des Busses geprallt. Wie es zu dem schweren Unfall kam, blieb zunächst offen. "Der Aufprall war sehr stark", berichtete eine Frau, die in dem Zug saß. "Wir hatten den Eindruck, dass der Zug entgleist und sich auf die Seite legen wird", fügte sie laut Regionalzeitung "Independant" hinzu.

Die Ermittler suchen nun unter Hochdruck nach den Ursachen für den schweren Unfall, der sich am Donnerstagnachmittag in dem Ort Millas westlich von Perpignan in den östlichen Pyrenäen ereignet hatte. An einem beschränkten Bahnübergang war ein Regionalzug ungebremst in den Schulbus gerast.

Der Bürgermeister einer Nachbargemeinde, Robert Olive, sprach von einem "Anblick des Horrors". "Der Bus wurde von dem Zug in zwei Teile zerschnitten", sagte er. Ob es sich um einen technischen Fehler der Signalanlage oder menschliches Versagen handelt, ist bisher unklar. Die 48 Jahre alte Fahrerin des Schulbusses wurde bei dem Unfall ebenfalls schwer verletzt.