Auf der Suche nach neuen Ansätzen: Papst Franziskus lud rund 250 Kardinäle, Bischöfe, Priester und Laien aus aller Welt in den Vatikan.

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Familiensynode
10/13/2014

Homo-Ehe und Verhütung auf Agenda

Heute wird im Vatikan ein Zwischenbericht präsentiert. Kardinal Schönborn leitet eine Arbeitsgruppe.

Im Vatikan wird seit einer Woche ausgiebig über das Thema Familie und Ehe debattiert: 250 Kardinäle, Bischöfe, Priester und Laienvertreter aus aller Welt beraten über "heiße Eisen". Dazu zählt der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, mit Patchwork-Familien, gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften bis zur Empfängnisverhütung.

Und am Montag wird eine mit Spannung erwartete Zwischenbilanz gezogen. Der ungarische Kardinal Peter Erdö, zugleich der Generalberichterstatter der Familiensynode, wird erste Ergebnisse des Treffens präsentieren. Dieses wird noch bis Sonntag andauern, wobei Österreichs Kardinal Christoph Schönborn eine der zehn Arbeitsgruppen leitet, und zwar den französischsprachigen Zirkel. Am Ende soll ein Schlussdokument stehen, das als Grundlage für die Bischofssynode zur Familienseelsorge dienen soll – diese Zusammenkunft ist für Oktober 2015 geplant.

Tauziehen

Was bisher schon durchgesickert ist: Es findet offenbar ein Tauziehen zwischen konservativen und liberalen Purpurträgern statt. Noch ist offen, in welche Richtung die Mehrheit der Geistlichen im Vatikan tendiert, meint Vatikansprecher Pater Federico Lombardi. Einig sei man sich einzig bei der Ablehnung der Homo-Ehe. Bei all jenen Themen, bei denen die strenge Kirchenlehre und der gelebte Alltag vieler Gläubiger weit auseinanderklaffen, wird nach neuen Wegen in der pastoralen Begleitung gesucht. Bei der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion etwa folgt ein Teil dem päpstlichen Appell nach Barmherzigkeit, während andere an der Unauflöslichkeit der Ehe festhalten.

Die Wortmeldungen bei der Bischofssynode werden im Gegensatz zu früheren Treffen nicht auf Latein vorgetragen. Die Gespräche finden zudem hinter verschlossenen Türen statt. Noch bis 19. Oktober wird über die "Pastoralen Herausforderungen im Hinblick auf die Familie im Kontext der Evangelisierung", wie der offizielle Titel der Familiensynode lautet, beraten. Papst Benedikt XVI. nimmt nicht an der Synode teil, er wird aber zur Abschlussmesse erwartet.

Zahlreiche Ehepaare, die ausdrücklich von Papst Franziskus eingeladen worden waren, berichteten aus ihrem Lebensalltag. Das südafrikanische Ehepaar Stephen und Sandra Conway sprach offen über seine Krise, die nach 21 Ehejahren fast zur Scheidung geführt hätte. Dank Eheberatung hätten sie aber noch einmal einen Neuanfang geschafft.

Auch Verfahren zur Eheannullierung wurden thematisiert. Viele Synodenteilnehmer wären laut Vatikan mit einer Beschleunigung und Vereinfachung der Verfahren einverstanden. Die schnellere Nichtigkeitserklärung einer kirchlich geschlossenen Ehe bedeute jedoch keine "Scheidung auf Katholisch", bremst Vatikansprecher Lombardi.

Gegen "Barbarei"

Angesichts des IS-Terrors in Syrien und im Irak richteten die Bischöfe und Kardinäle eine Solidaritätsbotschaft an die unter Krieg und Verfolgung leidenden Menschen: Die internationale Gemeinschaft müsse "schuldlosen Opfern von Barbarei Hilfe anbieten" und sich dafür einzusetzen, dass "im Irak, in Syrien und im gesamten Nahen Osten wieder ein friedliches Zusammenleben" möglich werde.

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