Chronik | Welt
05.07.2017

EU-weite Razzia gegen Camorra: Zehn Festnahmen in Spanien

Auch Ermittler in Deutschland und Italien waren am Großeinsatz wegen Drogenhandels beteiligt.

Die Polizei in Spanien hat im Rahmen eines europaweiten Großeinsatzes mindestens zehn Mitglieder der italienischen Mafiaorganisation Camorra festgenommen. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch in Barcelona mitteilte, dauerten die Ermittlungen wegen Drogenhandels und Geldwäsche weiter an. Demnach gingen zeitgleich auch in Deutschland und Italien Behörden gegen den neapolitanischen Mafiaring vor.

Spanien wichtiger Umschlagplatz

Italiens Mafia-Sonderermittler Franco Roberti sagte vergangenen Monat in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung " El Pais", Spanien sei ein strategisch bedeutsames Land für die organisierte Kriminalität. Wegen seiner Nähe zu Marokko, dem weltweit größten Hersteller von Haschisch, ist Spanien Europas wichtigster Umschlagplatz für Marihuana-Produkte. Aufgrund der Handelsbeziehungen mit Südamerika gelangt vielfach auch Kokain nach Spanien.

Drogenhändlerring

Die Staatsanwaltschaft Konstanz und die Polizei Tuttlingen hatten vor knapp zwei Wochen mitgeteilt, dass sie einen mutmaßlichen Drogenhändlerring mit engen Beziehungen zur italienischen Mafia zerschlagen hätten. Bei einer Großrazzia wurden demnach 15 Beschuldigte zwischen 25 und 77 Jahren festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft Konstanz führte den Angaben zufolge bereits seit Sommer 2016 ein Ermittlungsverfahren gegen die international agierende Gruppe. Deren Mitgliedern werden demnach organisierter Drogenhandel, aber auch versuchter Mord, Raub und Erpressung zur Last gelegt.