Chronik | Welt
24.08.2017

Ein Jahr nach Erdbeben - Gedenken mit Fackelzug in Amatrice

299 Menschen starben in Mittelitalien - Ein Glockenschlag für jedes Opfer.

Mit einem Fackelzug hat die Kleinstadt Amatrice der Erdbebenkatastrophe vor einem Jahr gedacht. In der Gegend in Mittelitalien starben am 24. August 2016 299 Menschen, davon 249 allein in Amatrice selbst. Um exakt 3.36 Uhr, zu dieser Zeit hatte damals die Erde gebebt, läuteten in Amatrice die Glocken. Dabei wurden die Namen der Todesopfer vorgelesen.

Für jedes Opfer gab es einen Glockenschlag. Die Zeremonie fand unter einem großen Zelt auf dem Sportplatz von Amatrice im Beisein der Familien und Freunde der Opfer statt. Am Donnerstagvormittag ist eine Messe vorgesehen, an welcher der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni teilnehmen wird. Um 17.00 Uhr folgt eine weitere Messe für alle Opfer des Erdbebens in der Ortschaft Arquata del Tronto, die ebenfalls vom Erdbeben zerstört wurde.

Wiederaufbau soll forciert werden

Ein Jahr nach dem Erdbeben hat Premier Gentiloni einen stärkeren Einsatz für den Wiederaufbau versprochen. "Trotz der großen Bemühungen und der beträchtlichen Ressourcen, die für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt wurden, schreitet nicht alles schnell genug voran", räumte Gentiloni ein.

Lediglich acht Prozent des Schutts seien bisher beseitigt worden. "Die große Verspätung bei der Räumung der Trümmer ist unannehmbar", kritisierte der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi.

Dass fast ganz Italien extrem erdbebengefährdet ist, wurde erst diese Woche wieder deutlich: Auf der Insel Ischia vor Neapel richtete ein Beben am Montag große Schäden an. Zwei Menschen starben, 42 Personen wurden verletzt.