epa03792854 (FILE) An undated family handout picture released 19 July 2013 shows Norwegian Marte Deborah Dalelv, 24, at an undisclosed location in Norway. A court in Dubai, UAE, has sentenced Dalelv to 16 months in jail for drinking alcohol, sex outside of marriage and for having made ¸Äã¸Äãa false statement. The conviction on 17 July 2013 came after she had reported a rape in Dubai on 06 March and was not believed, her father said. EPA/FACEBOOK / FAMILY HANDOUT NORWAY OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

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Dubai
07/19/2013

Vergewaltigungsopfer zu Haftstrafe verurteilt

Eine Norwegerin muss für 16 Monate ins Gefängnis – drei Monate länger als der Täter

von Alexandra Uccusic

Der Fall eines 25-jährigen Vergewaltigungsopfers, das in Dubai zu einer längeren Haftstrafe als der Täter verurteilt wurde, sorgt in Norwegen für Empörung: Das Opfer, Marte Deborah Dalelv, ist eine Geschäftsfrau aus Norwegen, die im März auf einem Business-Trip vergewaltigt wurde.

Laut norwegischen TV-Sendern wurde Dalelv, als sie die Vergewaltigung bei den Behörden in dem Emirat anzeigte, selbst festgenommen. Die Begründung des Scharia-Gerichts: Durch die Vergewaltigung hatte sie Sex mit einem Mann, mit dem sie nicht verheiratet ist. Zudem wurde ihr Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit angelastet. Dalelv hatte angegeben, sie sei nach einer Feier mit Kollegen auf dem Rückweg in ein Hotel gewesen. Sie sei angetrunken gewesen; ein Kollege habe sie in sein Hotelzimmer gezerrt und vergewaltigt.

Pass und Geld konfisziert

Die 25-Jährige wurde vier Tage lang in Haft genommen, ihr Pass und ihr Geld wurden konfisziert. Dann wurde sie zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Vergewaltiger hingegen kam mit 13 Monaten Haft davon.

Erst nach Tagen wurde dem Opfer gestattet, in seiner Heimat anzurufen. Gegen das Urteil soll Berufung eingelegt werden; die norwegische Regierung will sich für die junge Frau einsetzen. Bis zum Beginn des Verfahrens im September sitzt Dalelv aber ohne Pass in den Vereinigten Arabischen Emiraten fest. Norwegens Außenministerin Espen Barth Eide sagte, das Urteil sei „ein Schlag ins Gesicht des Begriffs der Gerechtigkeit“.

Kein Einzelfall

Dass das Opfer bestraft wird, ist in Dubai kein Einzelfall: Im Dezember wurde eine 28-jährige Britin, die von drei Männern entführt und vergewaltigt wurde, zu einer Geldstrafe verdonnert. Vor sechs Jahren wurde eine 18-Jährige, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden war, zu einem Jahr Haft verurteilt. 2008 sorgte der Fall einer australischen Hotelmanagerin für Empörung, die mit Drogen betäubt und von mehreren Männern vergewaltigt wurde. Sie wurde zu elf Monaten Haft verurteilt; einen Monat bekam sie wegen Alkoholkonsums aufgebrummt. Sie wurde nach acht Monaten begnadigt – ebenso wie drei ihrer Peiniger.

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