Die letzte Nachricht des Feuerwehr-Mörders

In den USA erschoss ein 62-Jähriger zwei Feuerwehrleute aus dem Hinterhalt. In seinem Haus wurde eine weitere Leiche gefunden - und ein gruseliger Brief.

In den USA hat sich nur kurze Zeit nach dem Schulmassaker in Newtown erneut eine schreckliche Bluttat ereignet. Ein vorbestrafter 62-Jähriger erschoss am Heiligen Abend im Bundesstaat New York zwei Feuerwehrmänner bei einem Einsatz aus dem Hinterhalt und tötete sich danach selbst. In seinem Haus wurde später eine weitere Leiche gefunden - es könnte sich um seine Schwester handeln.

Nach Angaben der Behörden wurden die Brandbekämpfer am Montag in Webster (US-Staat New York) zu einem brennenden Haus und Auto gerufen. Die Männer hätten gerade ihr Fahrzeug verlassen und wollten mit dem Löschen beginnen, als die Schüsse fielen. Mindestens vier Feuerwehrleute wurden getroffen, zwei von ihnen tödlich. Auch ein Polizist sei verletzt worden. Der vorbestrafte Täter erschoss sich in der Nähe des Tatorts.

Der mutmaßliche Täter William H. Spengler Jr.
epa03517858 A handout photo dated 2006 from the Monroe County Sheriff's Department shows William H. Spengler Jr. who authorities… © Bild: APA/MONROE COUNTY SHERIF'S DEPT. / HANDOUT


Die Bluttat ereignete sich in einem idyllischen Vorort von Rochester am Ontario-See, mehr als 500 Kilometer von der Metropole New York City entfernt. Es deute alles darauf hin, dass die Einsatzkräfte absichtlich in eine Falle gelockt worden seien, sagte Polizeichef Gerald Pickering. Ein angeschossener Feuerwehrmann konnte nach einer Stunde mit seinem eigenen Wagen fliehen. Ein anderer wurde bewusstlos gefunden. Das Feuer habe sich auf benachbarte Häuser ausgebreitet und letztlich sieben Gebäude zerstört, berichtet die New York Times. Mehrere Menschen hätten vor den Flammen gerettet werden müssen.

Gruseliger Abschiedsbrief

Die Polizei sprach über den 62-Jährigen von einem offensichtlich geistig verwirrten Täter mit einem kriminellen Hintergrund. Der Mann habe 1981 seine 92 Jahre alte Großmutter erschlagen und dafür bis 1998 im Gefängnis gesessen. 2006 seien seine Bewährungsauflaugen ausgelaufen, so dass er nicht mehr unter Beobachtung der Behörden gestanden habe. Er habe in einem Haus mit seiner Mutter gelebt, die in diesem Jahr gestorben sei. Hinweise auf ein Motiv für seine Tat gebe es nicht.

Im Haus des Schützen fand die Polizei einen drei Seiten langen getippten Brief, bei dem es sich ersten Erkenntnissen nach um einen Abschiedsbrief handeln könnte. "Ich muss mich noch bereit machen, um zu sehen, wie viel von der Nachbarschaft ich abbrennen kann und um das zu machen, was ich am besten kann: Menschen töten", heißt es darin.

( APA/dpa ) Erstellt am 26.12.2012