Chronik | Welt
29.03.2017

Bayerische Pensionistin um 1,2 Millionen Euro geprellt

Die Betrüger gaben sich als Polizisten aus. Offensichtlich größter derartiger Fall in Deutschland.

Falsche Beamte des Bundeskriminalamts ( BKA) haben eine Seniorin in München laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks um insgesamt 1,2 Millionen Euro geprellt. Die Betrüger hätten die Frau durch tägliche Anrufe und die Warnung, sie könne Opfer einer Bande werden, zunächst zum Auflösen ihres Aktiendepots im Wert von 500.000 Euro gebracht, berichtete der Sender am Mittwoch.

Zudem habe die Seniorin weitere Vermögenswerte im Umfang von 700.000 Euro aufgelöst und dafür Goldbarren gekauft. Die insgesamt 19 Kilogramm Gold habe die alte Dame dann wie zuvor die durch den Aktienverkauf erlösten 500.000 Euro Bargeld an eine angebliche BKA-Botin übergeben. Erst nach Übergabe des Golds sei die Frau misstrauisch geworden und habe sich an die Polizei gewandt, berichtete der Sender. Ein Polizeisprecher durfte den Bericht auf Anweisung der Staatsanwaltschaft nicht kommentieren, die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht zu erreichen.

Dem Sender zufolge handelt es sich um den bisher schadensträchtigsten Betrugsfall mit falschen Polizisten in Deutschland. Den Betrügern sei es gelungen, die Frau erheblich unter Druck zu setzen. So hätten sie die Seniorin zunächst nach dem Verkauf der Aktien veranlasst, die erlösten 500.000 Euro im Schließfach ihrer Bank zu lagern. Dann hätten sie ihr aber erzählt, Mitarbeiter der Bank zählten zu der Bande, die hinter ihr her sei, und hätten sie zur Geldübergabe gebracht.