Belgian child murderer Marc Dutroux (C), whose crimes horrified Belgium in the 1990s, is escorted by police officers at the Palace of Justice in Brussels February 4, 2013. Dutroux appeared in court on Monday to request his release on parole on the condition that he wears a house arrest bracelet, reported local media. REUTERS/Francois Lenoir (BELGIUM - Tags: CRIME LAW)

© Reuters/FRANCOIS LENOIR

Gnadengesuch
02/18/2013

Dutroux muss in Haft bleiben

Der verurteilte Kindermörder wollte vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen werden.

Der belgische Mädchenmörder Marc Dutroux muss im Gefängnis bleiben: Ein Brüsseler Gericht entschied am Montag über die Auflagen im Fall einer Entlassung - und lehnte den Antrag des 56-Jährigen ab: "Eine elektronische Fußfessel wird Herrn Dutroux nicht gewährt", entschied der Richter. Die Gefahr, dass der Sexualstraftäter rückfällig werde, sei zu hoch, hieß es zur Begründung. Dutroux habe absolut keine Aussicht darauf, wieder in die Gesellschaft eingegliedert zu werden. Zudem habe der landesweit bekannte Mörder wenig Chancen auf einen Job und eine Wohnung.

Juristen gingen bereits im Vorfeld davon aus, dass Dutroux mit seinem Antrag auf vorzeitige Freilassung nicht durchkommt. Das belgische Recht erlaubt Häftlingen, nach einer bestimmten Zeit der verbüßten Strafe einen Antrag auf Entlassung zu stellen. Dutroux nutzt diese legale Möglichkeit. Die Entscheidung fiel allerdings in Abwesenheit von Dutroux. Bei der ersten Anhörung vor zwei Wochen war der 56-Jährige vor Gericht erschienen, allerdings streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit.

Mutter gegen Freilassung

Im Vorfeld der Verhandlung meldete sich sogar Dutroux' Mutter zu Wort: In einem Interview mit dem Blatt Le Soir Magazine meinte sie, es wäre deutlich zu früh für eine Entlassung: "Ich bin sicher, dass er wieder beginnen würde", wird Jeannine L. dort zitiert. "Marc ist noch nicht so weit freizukommen, weil er die Verantwortung für seine Taten immer noch anderen geben will." Es ist das erste Mal seit Verurteilung von Dutroux, dass sich dessen Mutter öffentlich äußerte.

Seit 16 Jahren hinter Gittern

Belgiens bekanntester Krimineller wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er in den 90er Jahren sechs Mädchen und junge Frauen entführt, missbraucht und gequält hatte. Vier von ihnen starben. Seit mehr als 16 Jahren sitzt Dutroux hinter Gittern, nun wollte er mit einer elektronischen Fußfessel in die Freiheit. Seine damalige Frau und Komplizin Michelle Martin kam im vergangenen Sommer unter Auflagen frei.

BELGIUM DUTROUX TRIAL

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JULIE MELISSA

Opfer von Marc Dutroux

MARC DUTROUS IS SURROUNDED BY POLICE IN BELGIUM

BELGIUM - DUTROUX - HOUSE

MORE THAN 270,000 PEOPLE DEMONSTRATE IN BELGIUM

BELGIUM-DUTROUX ESCAPE-RECONSTRUCTION

COMBINATION PHOTO SHOWING DUTROUX MARTIN LELIEVRE

FILES BELGIUM DUTROUX TRIAL

File photo of Martin during her trial in Arlon

DUTROUX

Belgium Pedophiles Ex-Wife

Policemen arrest a man with a bloodied face during

File photo of Michelle Martin, then wife of Belgia

The entrance plate of the Clarisses Convent is tag

BELGIUM PRISON

The pictures of victims of child rapist Marc Dutro

Marc Dutroux: Belgiens Krimineller Nummer Eins

Sein Name wurde zum Inbegriff für grausamste Sexualverbrechen an Kindern: Marc Dutroux. Der Belgier wird von Opfern und Medien als "Monster" und "Psychopath" bezeichnet. Mit unvorstellbarer Grausamkeit entführte und folterte Dutroux in den 1990er-Jahren sechs Mädchen, vier davon starben. Seine Mädchenmorde, aber auch zahlreiche Ermittlungspannen erschütterten das Königreich.

Dutrouxs kriminelle Karriere ist lang: Schon als Jugendlicher gingen Diebstähle auf sein Konto. Wegen des Verkaufs pornografischer Fotos flog er von der Schule, bevor er Elektriker wurde. Festgenommen wurde Dutroux erstmals 1986 wegen Entführung und Vergewaltigung von fünf jungen Frauen. 1989 erhielt er dreizehneinhalb Jahren Haft. Da Dutroux als Musterhäftling galt, kam er wegen guter Führung schon 1992 wieder auf freien Fuß - trotz der Warnung von Experten, dass es sich um einen "perversen Psychopathen" handele.

Nach der Entlassung nahm Dutroux keine geregelte Arbeit mehr an und lebte mit seiner zweiten Frau, der Lehrerin Michelle Martin, und drei gemeinsamen Kindern offiziell von Sozialhilfe. Geld besorgte er sich aber auch mit Autoschiebereien und Diebstählen. Dann begann er wieder, Mädchen zu entführen, die er zu abscheulichen sexuellen Handlungen zwang. Dutroux hatte für seine Opfer im Keller ein geheimes Verlies gebaut. Dort wurden 1996 zwei der Mädchen noch lebend gerettet, nachdem Dutroux festgenommen worden war.

In einem "belgischen Jahrhundertprozess" gestand Dutroux nur die Taten, die ihm nachgewiesen wurden. Das Urteil lautete 2004: Lebenslange Haft. Der heute 56-Jährige glaubt aber fest daran, eines Tages wieder frei zu sein. Im September hat Dutroux einen Antrag auf vorzeitige Entlassung - überwacht durch eine Fußfessel - gestellt. Kurz zuvor war seine Ex-Frau Michelle Martin freigekommen und lebt seitdem in einem Kloster.

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