Anschläge auf Kirchen in Chile

PERU-POPE-VISIT-PREPARATIONS
Foto: APA/AFP/CRIS BOURONCLE Papst Franziskus bereist demnächst Chile

Am Montag wird Papst Franziskus zu einem Besuch im südamerikanischen Land erwartet.

Kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus sind drei katholische Kirchen in Chile angegriffen worden. Die Anschläge mit Brandsätzen auf Kirchen in der Hauptstadt Santiago de Chile verursachten Sachschäden an Fassaden, mehrere Fensterscheiben zerbrachen. Es gab aber keine Verletzten, berichtete der Sender Radio Cooperativa. Der Papst wird am Montag zu einem dreitägigen Besuch erwartet.

Linke Aktivisten drangen zudem am Freitag in das Gebäude der diplomatischen Vertretung des Heiligen Stuhls in Santiago de Chile (Nuntiatur) ein, um gegen den Besuch zu protestieren.

Bei den Anschlägen gab es laut Medienberichten Hinweise auf die Ureinwohner der Mapuche, die sich gegen Landvertreibungen vor allem im Süden des Landes wehren. Die Täter hinterließen bei zwei Kirchen Flugblätter, die sich auf den Besuch bezogen. "Papst Franziskus, die nächsten Bomben gehen gegen deine Soutane", hieß es auf dem Pamphlet ohne Unterschrift. Dort war auch von einer Autonomie für die Mapuche die Rede. Der Papst will am Mittwoch in der Stadt Temuco, ein Zentrum der Mapuche, auch Vertreter der Mapuche-Indianer treffen, die für die Rückgabe von Ländereien kämpfen. Dort wird er auch eine Messe feiern.

Vor einer vierten Kirche in der chilenischen Hauptstadt wurde ein nicht gezündeter Benzinkanister gefunden. Die angegriffenen Kirchen befinden sich in verschiedenen Stadtteilen von Santiago, mehrere Kilometer voneinander entfernt. Die Anschläge seien ähnlich, aber nicht unbedingt von der gleichen Tätergruppe verübt worden, erklärte der stellvertretende Innenminister Mahmud Aleuy. Die Regierung werde den Schutz der Kirchen und der Papststationen verstärken.

Das Erzbistum Santiago de Chile betonte, die Anschläge seien unvereinbar mit dem Friedensgeist des Papstbesuches. Die Besetzung der Nuntiatur wurde von der Polizei aufgelöst. Die Aktivisten unter der Führung der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Roxana Miranda protestierten gegen die "Millionenausgaben" der Kirche, wie das Portal "Emol" berichtete. Bei der Wahl 2014 hatte Miranda 1,3 Prozent erhalten.

(apa / and) Erstellt am
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