Symbolbild.

© APA/AFP/DELIL SOULEIMAN

Chronik Welt
04/09/2019

Wiener IS-Anhängerin in Syrien will doch zurück nach Österreich

Die 20-Jährige, die in Syrien in kurdischer Haft sitzt, will laut ihrem Anwalt mit ihrem Kind zurück nach Österreich.

Die Wienerin, die sich vor rund vier Jahren der Terrormiliz "Islamischer Staat" angeschlossen hat und nun in Syrien in kurdischer Haft sitzt, will nun doch wieder zurück nach Österreich. Einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung Österreich bestätigte der Anwalt der Familie, Wolfgang Blaschitz, am Dienstag gegenüber der APA. Das Außenamt ist davon noch nicht informiert.

Er werde nun, gemeinsam mit der Mutter der 20-Jährigen, "entsprechende Maßnahmen setzen", um die junge Frau und ihren zweijährigen Sohn zurückzuholen, sagte Blaschitz der APA. Die jüngsten Berichte, laut denen die Frau es ablehne, nach Österreich zurückzukehren, würden auf "Missverständnissen" und "unzureichender Kommunikation" basieren, so der Anwalt.

Außenamt noch nicht über Pläne informiert

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) hatte Anfang des Monats mitgeteilt, dass weder die Wienerin selbst zurückkehren wolle, noch solle das Kind zurückgeholt werden. Damit sei der Fall "einmal erledigt", betonte Kneissl damals. Daran habe sich nichts geändert, der Anwalt habe in dieser Angelegenheit noch keinen Kontakt zum Außenamt gesucht, erklärte Außenministeriumssprecher Peter Guschelbauer am Montag auf APA-Anfrage. Man habe die "gesicherte Information", dass die Frau nicht zurück will und das auch für ihr Kind gelte.

Mutter droht Verfahren in Österreich

Im Fall einer Rückkehr droht der jungen Mutter ein Verfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Grundsätzlich ist Österreich rechtlich verpflichtet, österreichische Staatsbürger zurückzunehmen. Allerdings: Sobald jemand in den Militärdienst eines fremden Landes eintritt, verliert er die österreichische Staatsbürgerschaft und somit den konsularischen Schutz. Würde die Person mit Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft jedoch staatenlos werden, kann sie laut Gesetz nicht aberkannt werden.

Aus Österreich befinden sich derzeit rund 100 Kämpfer in Syrien und dem Irak, rund 30 Prozent davon besitzen laut Innenministerium die österreichische Staatsbürgerschaft.

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