Waldbrand in Piemont: 600 Hektar betroffen, 150 Menschen evakuiert
Waldbrand in Gutenstein.
Ein großflächiger Waldbrand tobt im norditalienischen Piemont und hat sich innerhalb von 24 Stunden von etwas mehr als 100 auf über 600 Hektar ausgeweitet. Besonders betroffen ist die Gemeinde Premosello Chiovenda am Rand des Nationalparks Val Grande. Aus dem Ort Colloro wurden vorsorglich rund 150 Menschen evakuiert, nachdem sich die Flammen den Häusern näherten. Die Evakuierung wurde von der Gemeinde mit Unterstützung des Roten Kreuzes und des Zivilschutzes organisiert.
Nach Angaben der Regionalregierung überwachen Einsatzkräfte und Umweltbehörden die Luftqualität. Messungen in Domodossola zeigten einen deutlichen Anstieg der Feinstaub-Werte. Rauch und Asche beeinträchtigen die Sicht auch in den umliegenden Orten Villadossola und Beura Cardezza. Eine große Rauchwolke breitete sich aus. Im Einsatz sind Feuerwehr, Zivilschutz und Freiwillige.
Dritte Hitzewelle des Sommers in Italien
Unterdessen hält die dritte Hitzewelle des Sommers in Italien nach Prognosen mindestens bis zum 20. Juli an. Meteorologen erwarten erneut sehr hohe Temperaturen. Für Freitag und Samstag gelten für Florenz und Perugia die höchste Hitzewarnstufe. Im Landesinneren Sardiniens werden für Montag bis zu 43 Grad erwartet.
Die italienischen Behörden rechnen angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit in den kommenden Wochen mit einem erhöhten Waldbrandrisiko. In den vergangenen Jahren haben insbesondere in Mittel- und Süditalien zahlreiche Großbrände weite Waldflächen zerstört und wiederholt Evakuierungen erforderlich gemacht. Mit dem verstärkten Einsatz von Überwachungstechnik, zusätzlichen Patrouillen und gezielten Ermittlungen soll die Zahl der Brände in diesem Sommer möglichst gering gehalten werden.
Die Waldbrandfläche in Italien hat sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Nach Angaben des Umweltinstituts ISPRA wurden insgesamt 965 Quadratkilometer Land von Bränden zerstört. Nach den Daten des europäischen Waldbrand-Informationssystems EFFIS zählt 2025 zu den schwersten Brandjahren der vergangenen Jahrzehnte. Noch höhere Werte wurden nur 2007, 2017, 2021 und 2023 registriert.
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