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Griechenland: Überaltertes Stromnetz häufig schuld an Waldbränden

In Griechenland gehen 75 Prozent der verbrannten Fläche auf marodes Stromnetz zurück, auch die Großbrände auf Kreta und bei Athen.
Aftermath of wildfire on Salamina island

Zusammenfassung

  • Vorläufigen Daten der griechischen Feuerwehr zufolge soll das teils veraltete, größtenteils überirdische Stromnetz für rund drei Viertel der in diesem Jahr verbrannten Fläche in Griechenland verantwortlich sein.
  • Als mögliche Auslöser gelten laut „Kathimerini“ Funkenschläge durch Materialschäden oder Verschleiß, die trockenes Gebüsch entzünden und bereits mit Bränden auf Kreta sowie westlich von Athen in Verbindung gebracht wurden.
  • Techniker kritisieren Wartungsprobleme durch ein überaltertes, uneinheitlich gebautes Netz, während eine weitgehende unterirdische Verlegung wegen deutlich höherer Kosten als unrealistisch gilt.

Das teils veraltete Stromnetz soll einem Medienbericht zufolge für rund drei Viertel der bisher in diesem Jahr verbrannten Fläche in Griechenland verantwortlich sein.

Das berichtete die Tageszeitung Kathimerini am Montag unter Berufung auf vorläufige Daten der griechischen Feuerwehr zur Ermittlung von Brandursachen. Sowohl die großen Waldbrände Ende Juli auf Kreta als auch die Brände westlich von Athen Anfang August wurden demnach mit dem Stromnetz in Verbindung gebracht.

Netz braucht Wartung

Auslöser können zum Beispiel Funkenschläge durch Materialschäden oder Verschleiß sein, die trockenes Gebüsch entzünden. Das Netz braucht Wartung, so wie ein Auto zur Inspektion muss", zitierte die Zeitung einen Techniker.

"Wenn das Notwendige nicht gemacht wird, kann es zwar weiterlaufen - aber man weiß nicht, wie lange und wie sicher." Der Großteil des rund 250.000 Kilometer langen griechischen Stromnetzes verläuft überirdisch.

Der teilprivatisierte Netzbetreiber Deddie greife bei der Wartung des „in weiten Teilen überalterten“ Netzes auf Privatunternehmen zurück, kritisieren Techniker anonym gegenüber der Kathimerini.

Zudem sei das Netz über die Jahrzehnte aus unterschiedlichen Materialien, von unterschiedlichen Herstellern und nach unterschiedlichen technischen Standards entstanden, was die Wartung erschwere. Das Netz weitgehend unterirdisch zu verlegen, sei hingegen illusorisch, hieß es weiter. Die Kosten dafür lägen in manchen Fällen bis zu fünfmal so hoch wie bei oberirdischen Stromverbindungen.

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