Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Belgien bekämpft größten Waldbrand seiner Geschichte

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze kämpfen Feuerwehrleute seit dem Wochenende gegen Flammen.
Wildfire burning in the High Fens (Hautes Fagnes) region in Belgium

Zusammenfassung

  • Im Hohen Venn in Belgien, dem größten Waldbrand der Landesgeschichte, wurden die Löscharbeiten bei Tageslicht mit Hubschraubern fortgesetzt; in der Nacht rückte das Feuer nicht weiter vor.
  • Ein Übergreifen auf deutsches Gebiet wird derzeit nicht erwartet, dennoch wurden wegen möglicher Rauchbelastung rund 30 Bewohner von Monschau-Kalterherberg evakuiert.
  • Auch in Griechenland, Spanien, Frankreich und Kroatien gab es schwere Brände mit Todesopfern, Evakuierungen, großflächigen Schäden und teils Ermittlungen wegen möglicher Brandstiftung.

Die Bekämpfung des Brands im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien direkt an der Grenze zu Deutschland geht weiter.

Bei Tageslicht werden die Maßnahmen wieder intensiviert, wie Franz-Karl Boden, Stellvertreter der Bürgermeisterin der deutschen Grenzstadt Monschau, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Hubschrauber würden wieder ihren Einsatz aufnehmen. In der Nacht sei das Feuer nicht weiter vorgerückt. Jetzt regne es leicht.

Im Moment gehe man nicht davon aus, dass das Feuer auf deutsches Gebiet überspringe, sagte Boden. Etwa 30 Bewohner von Monschau-Kalterherberg waren am Sonntagabend wegen einer möglichen starken Rauchbelastung evakuiert worden.

Die meisten seien bei Freunden oder Verwandten untergekommen, sagte Boden. Vier Personen hätten Auffangeinrichtungen aufgesucht. Man habe den Betroffenen alle im persönlichen Gespräch die Information überbracht, dass sie ihre Häuser räumen müssten. Sie hätten verständnisvoll reagiert.

Größter Waldbrand in der belgischen Geschichte

Der Waldbrand im Hohen Venn ist der größte der belgischen Geschichte. Die Bekämpfung sei besonders schwierig, erläuterte der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette im niederländischen Fernsehen. „Wir stehen hier vor einem Problem“, sagte er. „Der Boden besteht aus Torf, an der Oberfläche ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten.“ Auch die deutsche Bundeswehr beteiligt sich an der Bekämpfung des Brandes.

Die Staatsanwaltschaft von Lüttich hat dem Bericht zufolge Ermittlungen zur Entstehung des Brands aufgenommen.

Drei Tote bei Waldbränden in Griechenland und Spanien

Durch Waldbrände in Griechenland und Spanien sind am Wochenende drei Menschen ums Leben gekommen. Auf der griechischen Insel Salamis nahe Athen wurden in der Nähe des Strands Peristeria zwei Leichen geborgen, wie ein Feuerwehrsprecher am Sonntag sagte. Hunderte Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

In der nordostspanischen Region Aragón starb ein Soldat bei der Bekämpfung eines Waldbrands.

Nahezu zeitgleich waren zuvor zwei Waldbrände in der Nähe beliebter Badestellen im Süden und Osten der Insel Salamis ausgebrochen. Urlauber und Einheimische wurden zur Evakuierung aufgerufen.

Die Küstenwache entsandte nach eigenen Angaben fünf Patrouillenboote nach Salamis, um Badegäste und Bewohner in Sicherheit zu bringen, auch Privatboote kamen zur Hilfe. Rund 200 Feuerwehrleute sowie sechs Löschflugzeuge und sieben Hubschrauber waren im Einsatz gegen die in bewohntem Gebiet tobenden Feuer. Ziel sei es, zu verhindern, dass sich die beiden Feuer einen Berghang hinauffressen und zu einer großen Feuerfront vereinen, sagte Salamis' stellvertretender Bürgermeister Thodoris Zannis dem Fernsehsender ERT.

Toter bei Löscheinsatz in Nordostspanien

In der nordostspanischen Region Aragón brach vor einigen Tagen ein Feuer aus. Ein am Löscheinsatz beteiligter Soldat kam ums Leben, wie Regionalpräsident Jorge Azcón am Sonntag im Onlinedienst X mitteilte. Örtlichen Medien zufolge hatte sich sein Fahrzeug überschlagen.

An den Löscharbeiten im Pyrenäen-Ort Las Peñas de Riglos waren hunderte Einsatzkräfte beteiligt. Der seit Tagen wütende Waldbrand in Aragonien bedrohte ein mittelalterliches Kloster. Von dort waren am Donnerstag die Gebeine der ersten Könige des mittelalterlichen Königreichs Aragón in Sicherheit gebracht worden. Auch Kunstwerke und ein Kelch wurden geborgen, während auf den umliegenden Hügeln die Flammen loderten. Zudem mussten hunderte Menschen aus umliegenden Orten ihre Häuser verlassen.

In der südspanischen Region Andalusien konnten hunderte zuvor evakuierte Menschen in ihre Häuser zurückkehren. Dort hatte ein Waldbrand innerhalb von zehn Tagen mehr als 25.000 Hektar Vegetation verwüstet, erst am Sonntag konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.

Lage in Frankreich beruhigt sich

In Frankreich beruhigte sich die Lage am Sonntag, sowohl in den Ardennen an der Grenze zu Belgien als auch im Südwesten des Landes. Dort hatten die Flammen knapp hundert Kilometer südlich der Stadt Bordeaux seit Donnerstag rund 1.700 Hektar Vegetation vernichtet. Ende Juli hatte ein riesiger Brand in der Nähe der Stadt bereits mehr als 40.000 Hektar Land verwüstet.

Festnahmen in Kroatien

Auch auf dem Balkan brannte es. In Kroatien nahm die Polizei vier Verdächtige wegen mutmaßlicher Brandstiftung fest. Sie werden verdächtigt, Brände in der Region Zadar im Zentrum der kroatischen Adriaküste ausgelöst zu haben. Die Polizei prüft zudem, ob es auch in der Region Omis weiter im Süden Anzeichen für Brandstiftung gibt. Dort kam bei einem Brand in der Nacht zum Freitag ein Mensch ums Leben.

Kommentare