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Waldbrände: Touristenort in Kroatien bedroht, Evakuierungen in Griechenland und Deutschland

Im beliebten Touristenort Lokva Rogoznica wurden von den Flammen erste Häuser zerstört. Auch in Deutschland mussten fast 2.000 Menschen evakuiert werden.
Wildfires rage in Greece

Zusammenfassung

  • In Kroatien bedroht ein unkontrollierter Waldbrand den Touristenort Lokva Rogoznica, erste Häuser wurden zerstört und Einwohner sowie Urlauber evakuiert.
  • In Griechenland wurden wegen eines Waldbrands in der Urlaubsregion Chalkidiki mehr als 250 Touristen teils über das Meer in Sicherheit gebracht, bevor die Lage am Abend unter Kontrolle war.
  • In Nordrhein-Westfalen wird wegen eines Waldbrands bei Hürtgenwald der Ortsteil Gey mit rund 1.800 Einwohnern evakuiert, nachdem sich das Feuer weiter auf den Ort zubewegt.

Ein unkontrolliert lodernder Waldbrand hat in der Nacht auf Freitag in Kroatien den beliebten Touristenort Lokva Rogoznica bedroht.

Einheimische und Urlauber seien aus dem Ort an der Adriaküste evakuiert worden, hieß es in kroatischen Medienberichten. Die Flammen hätten bereits erste Häuser zerstört. Die Feuerwehr schätzte die Lage als „äußerst besorgniserregend“ ein.

Das von Windböen immer wieder angefachte Feuer fraß sich den Berichten zufolge zunächst durch Kiefernwälder und Vegetation - und drang dann bis an die Ortsgrenze von Lokva Rogoznica heran. Auf Video- und Fotoaufnahmen waren riesige Flammen unmittelbar an den ersten Häusern zu sehen. Der Schaden sei bereits jetzt „beträchtlich“, berichtete der öffentlich-rechtliche Fernsehsender HRT.

Die Lage sei „äußerst besorgniserregend“, sagte Feuerwehrchef Slavko Tucakovic im Fernsehen. Es seien rund 150 Feuerwehrleute im Einsatz. „Es wird eine schwierige Nacht.“ Die Straße entlang der Adriaküste wurde in der betroffenen Gegend für den Verkehr gesperrt. Für die aus Lokva Rogoznica evakuierten Menschen wurde laut HRT eine Sporthalle in der nahe gelegenen Stadt Omis als Notunterkunft geöffnet.

Mehr als 250 Urlauber in Griechenland evakuiert

Wegen eines heftigen Waldbrands in der Nähe von zwei beliebten Urlaubsorten im Norden Griechenlands sind mehr als 480 Menschen über das Meer in Sicherheit gebracht worden. Urlauber, viele von ihnen mit Kindern auf dem Arm und in Badebekleidung, wurden am Donnerstag laut Berichten des Senders ERT mit kleinen Notfall-Booten in der Urlaubsregion Chalkidiki evakuiert.

Am Abend erklärten die Behörden, die Lage sei wieder unter Kontrolle. Zahlreiche kleinere Brandherde und Glutnester werden noch überwacht und gelöscht. Während der Löscharbeiten wurden drei Feuerwehrleute leicht verletzt, wie ein Sprecher am Freitag sagte.

Die griechische Zivilschutzbehörde hatte zuvor per Telefon Evakuierungsaufforderungen an die Menschen in den beiden Ferienorten Siviri und Fourka verschickt, nachdem sich die Flammen über die Halbinsel Chalkidiki südlich der Stadt Thessaloniki ausbreiteten.

Einziger Fluchtweg

Innerhalb weniger Stunden nach Ausbruch des Feuers näherte sich der Brand den Häusern rund um Siviri und Fourka, die im Sommer voller Touristen sind. Typisch für die Region sind leicht entflammbare Kiefernwälder. Die Flammen kamen einem Feuerwehrsprecher zufolge gefährlich nah an die Strände heran. Die Evakuierung über das Meer sei daher der einzig mögliche Fluchtweg gewesen.

Aufnahmen von ERT zeigten dutzende Menschen stehend auf einem im Wasser treibenden Ponton, die auf Rettung warteten, während Rauch den Himmel über den Ferienorten verdunkelte. Zudem kam es zu Staus auf den Straßen, da viele Menschen versuchten, den Flammen in Fourka und Siviri auf dem Landweg zu entkommen.

Mehr als 200 Feuerwehrleute im Einsatz

Den ganzen Tag über kämpften mehr als 200 Feuerwehrleute und 57 Fahrzeuge gegen die Flammen, wie die Feuerwehr im Onlinedienst X mitteilte. Sie wurden demnach unterstützt von neun Löschflugzeugen und sieben Hubschraubern.

In Griechenland herrscht weiterhin hohe Waldbrandgefahr. In den vergangenen Tagen hatte ein Großbrand nordwestlich von Athen mehr als 11.000 Hektar Kiefernwald, Buschgebiet und landwirtschaftliche Flächen verwüstet. Der Feuerwehr gelang es aufgrund heftigen Winds erst nach fünf Tagen, die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Fast 2.000 Menschen in Deutschland evakuiert

Wegen eines Waldbrandes im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen wird ein Ortsteil der Gemeinde Hürtgenwald evakuiert. Der Ortsteil Gey, in dem gut 1.800 Menschen leben, ist „sofort zu evakuieren“, teilte die Gemeinde in der Eifel am frühen Freitagmorgen mit. Zuvor hatte die Bild berichtet. Die Warn-App Nina zeigt die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Nach Angaben der Gemeinde bewegt sich das Feuer immer weiter auf den Ortsteil zu.

In der Nacht hatte eine Polizeisprecherin noch gesagt, dass die Flammen gut 500 Meter von dem Ort entfernt seien. Insgesamt stehen seit Donnerstagnachmittag rund 25 Hektar Wald bei der Gemeinde Hürtgenwald in Flammen. Das entspricht einer Fläche von etwa 35 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer „Großschadenslage“.

Mehr als 200 Kräfte von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk, Bundeswehr und weiteren Organisationen waren am Freitag im Einsatz. Hubschrauber unterstützten die Brandbekämpfung durch Wasserabwürfe aus der Luft, drei weitere Helikopter der Bundeswehr und des Landes befanden sich nach Behördenangaben auf dem Weg. Auch zwei Panzer der Bundeswehr waren demnach im Einsatz. In den brennenden Wald wurden in der Nacht zudem Schneisen gezogen, um die weitere Ausbreitung der Flammen einzudämmen.

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