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Waldbrand in Föhrenwald in St. Egyden: Auslöser ermittelt

Mit „sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ waren Munitionsteile der Auslöser des Waldbrandes im Bezirk Neunkirchen. Für die Polizei sind die Ermittlungen zur Brandursache damit abgeschlossen.
Glutnester werden abgelöscht

Ein Großbrand im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld, der am Mittwoch ausgebrochen ist, dürfte durch Munitionsteile aus dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst worden sein. Dies sei „mit sehr großer Wahrscheinlichkeit“ die Brandursache, sagte Polizeisprecher Stefan Loidl am Freitag. 

Der in den Teilen enthaltene Phosphor soll sich in der Hitze selbst entzündet haben. Der Brand hatte sich, auch aufgrund drehender Winde, auf 100 Hektar ausgedehnt. Am Freitag waren noch 220 Helfer bei Nachlöscharbeiten im Einsatz.

In dem betroffenen Gebiet befindet sich die stillgelegte frühere „Pulverfabrik Föhrenwald“. Sie war 1890 von der Nobel Dynamit AG zur Produktion von Granaten gegründet worden. Um 1914 waren dort bis zu 100 Arbeiter im Schichtdienst beschäftigt, nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Betrieb eingestellt. Im Zweiten Weltkrieg dürfte dort wieder Munition hergestellt worden sein, nach Kriegsende stand die Fabrik unter sowjetischer Kontrolle. Von der Fabrik selbst steht heute nur mehr das baufällige Verwaltungshaus

Das Problem ist das Gebiet um die früher am Gelände situierten Munitionsbaracken: Dort liegen noch immer Blindgänger und der Boden ist mit Phosphor kontaminiert: Bei hohen Temperaturen kann sich der Phosphor selbst entzünden und Waldbrände verursachen. Das hat bereits in früheren Jahren für Probleme gesorgt, schon mehrmals sind Feuerwehrleute dadurch verletzt worden.

Verbrannter Waldboden

Verbrannter Waldboden

Ende des Einsatzes nicht absehbar

Beim aktuellen Brand konnten in der Nacht auf Freitag laut Bezirkskommando „große Fortschritte“ erzielt werden. Am Freitag wurden Glutnester nach wie vor mittels Drohne aufgespürt und abgelöscht. Nach einem Tausch der Einsatzkräfte in der Früh wurden die örtlichen Helfer von zwei Katastrophenhilfsdienst-Zügen sowie dem Sonderdienst Waldbrand unterstützt. 

Der Betrieb der Löschhubschrauber konnte mit 8.00 Uhr eingestellt werden. Neunkirchens Bezirksfeuerwehrkommandant und Einsatzleiter Mario Lukas dankte den Piloten und dem Sonderdienst Flugdienst, die „in den vergangenen zwei Tagen Unglaubliches geleistet haben“. Ein Ende des Einsatzes ist vorerst nicht absehbar.

Einsatzleiter Mario Lukas

Einsatzleiter Mario Lukas

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