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Chronik Welt
12/23/2019

Tweet gegen Großeltern: Fridays for Future kassiert Shitstorm

Auf ihrem Twitter-Kanal vergriffen sich die jungen, deutschen Klimaaktivisten etwas im Ton.

Ein Tweet, der nicht gut gealtert ist: "Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei."

Mit diesem Kommentar hat der deutsche Ableger von "Fridays For Future" kurz vor Weihnachten das Klima auf Twitter ordentlich vergiftet. Auch wenn die Betreiber des Kanals den Tweet später als Satire bezeichneten und sich am Montagnachmittag in einem weiteren Statement entschuldigten: Der Image-Schaden für die jungen Klimaaktivisten war längst angerichtet.

"Müssen respektvoll miteinander umgehen"

"Niemand glaubt euch die im Nachhinein panisch zusammengereimte Story von der "Satire"", ärgerte sich etwa ein User. Der 30 Jahre alte FDP-Politiker Konstantin Kuhle zog ebenfalls ein kritisches Fazit: "Man kann nicht bei jeder kleinsten Kritik oder Nachfrage ausrasten, ständig mehr Respekt einfordern und dann solche Dinger raushauen. Schade um Eure legitimen Anliegen." In weiteren Wortmeldungen wurde der Tweet als "menschenverachtend", "respektlos" und "niveaulos" bezeichnet.

"Ich bin froh, dass die überwältigende Mehrheit junger Menschen in Deutschland so nicht denkt. Zwischen den Generationen müssen wir respektvoll miteinander umgehen. Nicht nur zu Weihnachten!", zitierte die Bild-Zeitung CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak.

Eine reifere Dame, die sich offenbar persönlich angesprochen fühlte, brachte es für viele auf den Punkt: "Entschuldigung nicht akzeptiert. Diese Großmutter hat noch vor euch zu überleben!" 

Auch regelmäßige Unterstützer der Bewegung, wie diverse Grünen-Politiker und die Berliner Staatssekretärin Swasan Chebli (SPD) zeigten sich erschüttert. "Ich hatte nie Großeltern. Sie sind sehr früh gestorben. Sehe bei meinen Nichten und Neffen, wie viel Liebe Großeltern schenken und bin ganz neidisch. Bitte löscht den Tweet. Er ist nicht gut. Nichts auf der Welt ist es wert, den Großeltern so viel Verachtung entgegenzubringen", schrieb Chebli in einem emotionalen, persönlichen Statement.

Um Beschwichtigung bemüht waren indes die deutschen "GrandparentsForFuture": "Herrje, wer noch niemals was dusseliges (sic!) getwittert hat, werfe den ersten Stein." Ansonsten blieb die Zahl der Unterstützer überschaubar. Offenbar ist es nicht sonderlich sympathisch, zur Weihnachtszeit über die Lebenserwartung von Großeltern zu witzeln. Auch dann nicht, wenn man damit ein legitimes Anliegen artikulieren möchte.

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