Die Weißrussin Anastassija Waschukjewitsch, die den Künstlernamen Nastja Rybka (russisch für Fischlein) führt, ist vorige Woche in Russland verhaftet worden

© AP/Alexander Zemlianichenko

Chronik Welt
01/23/2019

Trumps Russland-Affäre: Oligarchen-Geliebte will Beweise haben

Edelprostituierte und Ex-Geliebte Oleg Deripaskas postete kompromittierende Fotos, die Moskau nicht gefallen.

von Susanne Bobek

Im US-Wahlkampf 2016 bezahlte der russische Oligarch Oleg Deripaska den Berater des späteren Präsidenten Donald Trump für Lobbytätigkeiten. Paul Manafort hieß der Mann, der Trumps Wahlkampf managte. Er wurde von Sonderermittler Robert Muller wegen geheimer Absprachen mit russischen Vertretern und seinen Lügen darüber angeklagt. 

Nun macht eine Edelprostituierte und ehemalige Geliebte von Deripaska weltweit Schlagzeilen. Die Weißrussin Anastassija Waschukjewitsch, die den Künstlernamen Nastja Rybka (russisch für Fischlein) führt, ist vorige Woche in Russland verhaftet worden. Sie wolle niemanden kompromittieren, sagte die junge Frau dem Moskauer Gericht und wurde am Dienstag wieder entlassen. 

 

Dabei soll Waschukjewitsch wertvolle Informationen haben, welche die direkte Beziehung zwischen Trump und dem Kreml beweisen können. Sie hatte auf Instagram Bilder von Deripaskas Yachtausflügen in Trumps Wahlkampfsommer 2016 vor der norwegischen Küste gepostet.

Mit dabei war damals der Vize-Regierungschef Russlands, Sergej Prichodko. Die Herren redeten über Frauen, Geschäfte und die amerikanisch-russischen Beziehungen. Die Edelprostituierte Waschukjewitsch will dabei mehrere Gespräche aufgenommen haben. 

Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny trommelt schon seit einem Jahr, dass die Beweise „die Kette“ Trump-Manafort-Deripaska-Prichodko-Putin schließen. Während man in den USA nur mäßig interessiert war, lösten die Nawalny-Veröffentlichungen in Russland im Vorjahr einen Skandal aus.

Sex-Seminar in Thailand

Für die schöne Anastassija Waschukjewitsch wurde es seither eng. Sie setzte sich nach Thailand ab, wo sie Sex-Seminare gab. Doch weil sie keine Arbeitserlaubnis hatte, wurde sie im Frühjahr 2018 verhaftet. Aus Thailand heraus bat sie die USA um Hilfe und bot sich als Zeugin an, die „die Kette“ beweisen könne. Die Tonbänder legte sie nicht vor.

Vor wenigen Tagen  wurde die junge Frau von Thailand nach Russland abgeschoben, wo sie gleich am Flughafen von Moskau wegen angeblicher Prostitution verhaftet wurde. Und jetzt muss sie Abbitte leisten: „Ich bereue zutiefst, dass alles so gekommen ist“, sagte sie vor Gericht –  und wurde  aus der U-Haft entlassen. Offenbar war das eine Warnung auch an andere, vermutet eine russische Zeitung.

Der 50-jährige Deripaska hat von seiner Ex-Geliebten genug. Er musste wegen der US-Sanktionen gegen ihn seinen Chefposten beim Aluminiumriesen Rusal räumen und wurde heuer zum ersten Mal nicht zum Weltwirtschaftsforum nach Davos eingeladen. „Statt in Davos bin ich am Baikalsee gelandet. Zum Angeln“, schrieb er auf Instagram.  Der Physiker, der sich zum Rohstoffkönig emporgearbeitet hat und beste Kontakte in den Kreml unterhält, gilt derzeit als Persona non grata.