Chronik | Welt
25.07.2018

Sexueller Missbrauch: Erzbischof von Santiago vorgeladen

Der italienisch-chilenische Erzbischof erklärte, zur Aufdeckung der Wahrheit beitragen zu wollen.

Die chilenische Justiz hat in der Missbrauchsaffäre der katholischen Kirche am Dienstag (Ortszeit) den Erzbischof von Santiago de Chile, Kardinal Ricardo Ezzati, vorgeladen. Er muss sich am 21. August zum Vorwurf äußern, der Klerus habe sexuellen Missbrauch ranghoher Geistlicher vertuscht.

Der italienisch-chilenische Erzbischof erklärte, zur Aufdeckung der Wahrheit beitragen zu wollen. Er versicherte zugleich, niemals habe er der Justiz etwas verheimlicht oder deren Arbeit behindert.

Missbrauch ab 2002

Vergangene Woche war der Priester Oscar Munoz, ein enger Vertrauter des Erzbischofs, inhaftiert worden. Ihm wird zur Last gelegt, sich an sieben Kindern vergangen zu haben. Die Missbrauchsfälle sollen ab dem Jahr 2002 in der Hauptstadt Santiago de Chile und in der südlich davon gelegenen Stadt Rancagua passiert sein.

Im Zusammenhang mit dem Skandal um Kindesmissbrauch hatten im Mai Dutzende Bischöfe des Landes geschlossen ihren Rücktritt eingereicht. Bisher nahm Papst Franziskus den Rücktritt von fünf von ihnen an. Darunter ist Juan Barros, den das Oberhaupt der katholischen Kirche 2015 trotz der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zum Bischof von Osorno ernannte. Im Jänner nahm er Barros außerdem bei einem Chile-Besuch öffentlich in Schutz. Später rückte er davon ab.