Hunderte Pythons in Wohnhaus entdeckt: Mann hielt Tiere jahrelang versteckt
Ein entlaufener Python und ein auffälliger Stromverbrauch führten in Taizhou 2024 zu einer Wohnung mit mehreren hundert Pythons. (Symbolbild)
Ein ungewöhnlich hoher Stromverbrauch in einem Wohnhaus in der ostchinesischen Stadt Taizhou hat Ermittler auf die Spur eines Mannes gebracht, der über Jahre hinweg hunderte Pythons illegal gehalten und gezüchtet haben soll.
Verdacht durch eine entkommene Schlange
Ausgangspunkt der Ermittlungen war laut übereinstimmenden Berichten (unter anderem der South China Morning Post, SCMP) ein älterer Bewohner, der im Frühjahr 2024 einen Python in einer Wohngegend entdeckte und die Polizei alarmierte. Die Spur führte zu einem Mann, der in seiner Wohnung insgesamt 309 Pythons illegal gehalten haben soll. Bereits seit 2014 soll er die Tiere selbst gezüchtet haben.
Hoher Energiebedarf als Auffälligkeit
Die Behörden nahmen daraufhin erste Nachforschungen in der Umgebung auf, ohne unmittelbar einen größeren Bestand zu vermuten. Im weiteren Verlauf wurde ein Fachgutachter hinzugezogen. Laut SCMP wies dieser darauf hin, dass nicht-einheimische Pythons für eine artgerechte (bzw. überlebensfähige) Haltung dauerhaft warme und feuchte Bedingungen benötigen. Daraus ergab sich für die Ermittler ein praktischer Ansatzpunkt: Eine solche Umgebung verursacht in der Regel einen deutlich erhöhten Energieverbrauch.
Stromdaten als Abgleichsgröße
Daraufhin verglichen die Ermittler Energieverbrauchswerte im betroffenen Gebiet. Laut SCMP fiel dabei ein Haushalt durch ungewöhnlich hohe Stromwerte auf, die nicht zu einer normalen Wohnnutzung passten. Dieser Abgleich führte schließlich zu einer konkreten Adresse, die in weiterer Folge überprüft wurde.
Wohnung als improvisierte Reptilienzucht
Bei einer Durchsuchung stießen die Beamten auf ein außergewöhnliches Bild: In der Wohnung stapelten sich hunderte Kunststoffboxen teils meterhoch. Wohnräume waren weitgehend umfunktioniert, Möbel in ein einzelnes Zimmer verlagert, um Platz für die Tiere zu schaffen. Der Mann selbst soll sich über Jahre intensiv mit der Zucht beschäftigt haben. Laut Berichten habe er unterschiedliche Farbvarianten gezüchtet und sich selbst als eine Art „Schöpfer“ seiner Tiere beschrieben.
Millionenwert und drohende Strafe
Die Behörde stufte die Tiere als geschützte Wildtierart ein. Ohne entsprechende Genehmigung ist Zucht, Handel und Transport verboten. Neben den 309 sichergestellten Pythons sollen zuvor bereits zahlreiche Tiere verkauft worden sein. Der Gesamtwert der Tiere wurde auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Dem Mann droht nun eine mehrjährige Haftstrafe.
Hintergrund: Illegale Wildtierhaltung
Der Fall steht exemplarisch für ein größeres Problem, das Behörden weltweit beschäftigt. Der Handel und die private Haltung exotischer Wildtiere findet zunehmend auch im privaten und digitalen Raum statt. Dabei geht es nicht nur um einzelne Fälle, sondern um einen strukturellen Wandel: Neben klassischen Handelswegen spielen private Netzwerke und Online-Plattformen eine immer größere Rolle.
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