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Ibiza und Mallorca: Badegäste flüchten vor Schlangen am Strand

Urlauber-Schock auf den Balearen: Auf Mallorca, Ibiza und Formentera breitet sich die invasive Hufeisennatter rasant aus.
Hufeisennattern belagern Ibiza: Urlauber schlagen Alarm.

Auf den Baleareninseln Mallorca, Ibiza und Formentera breitet sich die Hufeisennatter zunehmend aus. Die ursprünglich nicht heimische Schlangenart wird mittlerweile regelmäßig an Stränden, in Küstengebieten und sogar schwimmend im Meer gesichtet. Videos in sozialen Netzwerken zeigen Badegäste, die den Tieren ausweichen oder erschrocken das Wasser verlassen.

Schlangenplage: Woher kommt die?

Forscher beobachten seit einigen Jahren eine starke Vermehrung der Schlangen am Festland und im Wasser. Besonders auffällig ist, dass sich die Ausbreitung in jüngerer Zeit deutlich beschleunigt hat. Fachleute führen dies auf günstige klimatische Bedingungen sowie eine ausreichende Fortpflanzung zurück. Waren die Schlangen früher in nur vereinzelten Gegenden aktiv, wie beispielsweise auf Ibiza in Santa Eulària des Riu, so bevölkern sie aufgrund von Nahrungsknappheit bereits die gesamte Insel.

Warum sind sie auch vermehrt im Wasser anzutreffen?

Deshalb gelangen sie nun auch vermehrt in Küsten- und Strandnähe, weshalb nun auch Touristen auf sie treffen können. Hufeisennattern geraten dabei meist zufällig ins Wasser. Sobald sie im Meer sind, können sie erstaunlich gut schwimmen und auch größere Strecken überstehen. Im April 2024 gelang Wissenschaftern erstmals der Nachweis, dass eine Hufeisennatter von der Ostküste Ibizas zur vorgelagerten Insel Santa Eulària schwamm. Die Distanz beträgt mehr als 400 Meter.

Sind Hufeisennattern für Menschen gefährlich?

Die Nattern sind nach Einschätzung von Experten für den Menschen harmlos. Hufeisennattern sind nicht giftig und meiden normalerweise den Kontakt mit Menschen. Zwar können sie beißen, wenn sie sich bedroht fühlen oder angefasst werden, doch ihre Bisse gelten als ungefährlich. Die Schlangen verfügen über keine echten Giftzähne. Auch Begegnungen beim Schwimmen sind laut Fachleuten selten. Die Tiere halten sich zwar gelegentlich im Meer auf, gezielte Kontakte mit Badenden suchen sie dennoch nicht.

Bedrohung für eine einzigartige Eidechsenart

Während die Schlangen für Menschen weitgehend harmlos sind, stellen sie für die heimische Tierwelt ein erhebliches Problem dar. Besonders betroffen ist die Pityusen-Mauereidechse, die ausschließlich auf Ibiza, Formentera und einigen umliegenden Inseln vorkommt. Da die Eidechsen keine natürlichen Abwehrstrategien gegen den neuen Räuber entwickelt haben, sind ihre Bestände in mehreren Gebieten bereits stark zurückgegangen oder ganz verschwunden. Naturschützer warnen vor langfristigen Folgen für die Biodiversität der Inseln.

Balearen verstärken Schutzmaßnahmen

Die Regionalregierung der Balearen versucht seit Jahren, die Ausbreitung der invasiven Art einzudämmen. Dazu werden Fallen aufgestellt, Populationen überwacht und besonders gefährdete Gebiete kontrolliert.

Nach Angaben der Behörden wurden allein 2025 auf Ibiza, Formentera und den umliegenden Inseln mehr als 4.400 invasive Schlangen gefangen. Für 2026 sind zusätzliche Maßnahmen geplant, darunter mehr Personal, weitere Fangsysteme und eine intensivere Überwachung sensibler Küstenabschnitte.

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