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Chronik Welt

Papua-Neuguinea: Armee wegen Vulkanausbruchs im Einsatz

Der Vulkan Ulawun in der Provinz Kimbe ist ausgebrochen. Bis zu 13.000 Menschen sind derzeit auf der Flucht. Auch der Vulkan Manam spuckt Asche.

von Michael Hammerl

06/28/2019, 11:24 AM

Nach dem Ausbruch des Vulkans Ulawun in Papua-Neuguinea, der als einer der gefĂ€hrlichsten Vulkane der Welt gilt, hat das Land die Armee fĂŒr HilfseinsĂ€tze mobilisiert. Wie MinisterprĂ€sident James Marape am Freitag sagte, sollen die Soldaten im Katastrophengebiet helfen, wo der Notstand ausgerufen wurde. Durch den Vulkanausbruch sollen zwischen 7.000 und 13.000 Menschen vertrieben worden sein.

Nach Angaben eines örtlichen Politikers verloren rund tausend Menschen ihre HĂ€user. Die Hilfen fĂŒr die Betroffenen gestalteten sich schwierig, da der grĂ¶ĂŸte Flughafen der Region von Asche bedeckt war und geschlossen werden musste.

Erhebliches Risiko fĂŒr heftige Eruptionen

Der Ulawun liegt auf der Insel Neubritannien im Bismarck-Archipel. Nach Angaben von Wissenschaftern besteht bei ihm ein erhebliches Risiko fĂŒr große und heftige Eruptionen. Obwohl er einer der aktivsten Vulkane des Landes ist, leben tausende Menschen in seinem Schatten.

Der Vulkan hatte in den vergangenen Tagen kilometerhohe Aschewolken ausgestoßen. FreitagfrĂŒh gab es nach Angaben des nahe dem Vulkan gelegenen Rabaul-Beobachtungszentrums eine einmalige Explosion, seither habe sich die AktivitĂ€t wieder etwas abgeschwĂ€cht.

Östliche Neubritannier sind noch gelassen

Ausnahmsweise nicht betroffen ist diesmal die Stadt Rabaul, die im Osten Neubritanniens liegt. Rabaul liegt am Fuße zweier Vulkane, die daueraktiv sind und regelmĂ€ĂŸig Asche spucken. Der letzte große Ausbruch fand 1994 statt. Damals wurde die gesamte Stadt zerstört.

Dementsprechend gewohnt haben sich Neubritanniens Bewohner an die immerwĂ€hrende Gefahr. Dickson Kondaul, der fĂŒr die Fischerei-Industrie in Rabaul arbeitet, zeigt sich gegenĂŒber dem KURIER gelassen: "Der Vulkan, der ausgebrochen ist, liegt in der westlichen Provinz Kimbe. Das betrifft uns nicht."

Neubritannien hieß vormals Neumecklenburg, als es noch einer deutschen Kolonie angehörte. Danach kam es in britischen Besitz und litt stark unter dem Zweiten Weltkrieg. Australier und Japaner lieferten sich auf der kulturell noch heute unglaublich vielfĂ€ltigen Insel heiße Schlachten, in die auch regelmĂ€ĂŸig Einheimische involviert wurden.

Rabaul beheimatet neben der Stadt Finschhafen, die im Osten der Hauptinsel Neuguinea liegt, die letzten Bewohner Papua-Neuguineas, die "Unserdeutsch" sprechen, ein leicht abgewandeltes, aber verstÀndliches Deutsch.

Auch Ausbruch auf Manam

Vulkanologen berichteten unterdessen von einem weiteren Ausbruch auf der nahegelegenen Vulkaninsel Manam. Nach Angaben des australischen Darwin-Zentrums fĂŒr Vulkanasche-Warnungen zeigten Satellitenbilder eine anhaltende Eruption. Manam zĂ€hlt zu den aktivsten Vulkanen Papua-Neuguineas. Der Vulkan brach zuletzt im JĂ€nner aus.

In Madang, einer östlichen Stadt auf Neuguineas Hauptinsel, die in der NĂ€he Manams liegt, zeigt man sich besorgt. Menschen wurden dazu aufgerufen, wegen der hohen Aschebelastung kein Regenwasser zu sammeln. Weite Teile Papua-Neuguineas verfĂŒgen ĂŒber keine Wasseraufbereitungsanlagen oder Stromleitungen und sind auf Regenwasser angewiesen.

FlĂŒge nach Manam sind derweil von der Fluggesellschaft Air Niugini ausgesetzt worden. Einheimische Journalisten kritisierten indes auf Facebook, dass der staatliche Katastrophenschutz nicht schnell genug auf den Ausbruch in Manam reagiere.

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