Webcams am Flughafen deaktiviert: Mysteriöse Maschine gelandet

Eine Boeing 737 landete nachts am Flughafen Zürich trotz Sperrzeiten. Eine Sondergenehmigung, inaktive Webcams und eine rätselhafte Route sorgen für Fragen.
Blick auf die verglaste Front des Flughafens Zürich

In der Nacht von Montag auf Dienstag landete eine Maschine der Billigfluggesellschaft Smartwings am Flughafen Zürich. Auffällig ist, dass die Boeing 737-8 Max, die aus Bratislava kam, außerhalb der regulären Nachtflugbeschränkungen aufsetzte und die Webcams während der rund zweieinhalbstündigen Standzeit deaktiviert waren.

Maschine trotz Nachtflugverbot gelandet

Wie die Schweizer Zeitung Tages-Anzeiger berichtet, landete das Flugzeug um 4:12 Uhr in Zürich. Eine Ankunft um diese Uhrzeit gilt als ungewöhnlich, da am Flughafen Zürich strenge Nachtflugregeln gelten. Reguläre Flüge dürfen nur bis 23:30 Uhr landen, zwischen 0 und 6 Uhr sind keine planmäßigen Landungen erlaubt. Die einzige Ausnahme: Es gibt eine Sondergenehmigung. 

Diese wird unter anderem erteilt für:

  • Polizeiflüge
  • Rettungsflüge
  • Katastrophenhilfe
  • Militärluftfahrzeuge
  • Regierungs- bzw. Staatsluftfahrzeuge

Auffällig: Webcams am Flughafen kurzzeitig deaktiviert

Auf Nachfrage des Tages-Anzeigers teilte der Flughafen mit, dass Letzteres der Fall war. Die Landung des Staatsluftfahrzeugs sei vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) bewilligt worden. Bei der Landung in der Schweiz sollen sich keine Passagiere an Bord befunden haben. Das "P" in der Flugnummer (TVS470P) kann beispielsweise für einen Positionierungsflug stehen, also einen Leerflug, der dazu dient, die Maschine zu verlegen.  

Die Boeing parkte nach der Landung bis 6:48 Uhr nahe dem ausländerrechtlichen Administrativhaftzentrum. Während dieser Zeit waren die Webcams des Flughafens ausgeschaltet. Erst kurz bevor die Maschine in Richtung Hurghada in Ägypten abhob, wurden die Kameras wieder aktiviert. Sollten Passagiere befördert worden sein, so dürften diese erst in Zürich zugestiegen sein. 

Der anschließende Weiterflug führte über Bujumbura in Burundi nach Nairobi in Kenia, wo die Boeing 737 schließlich über Nacht am Flughafen blieb.

Behörden halten sich bedeckt

Die Behörden halten sich bislang bedeckt und nennen keine konkreten Hintergründe. Offiziell ist nicht bekannt, was der Grund für den Flug war. Die Kombination aus spärlichen Informationen, der nächtlichen Landung mit Sondergenehmigung, den kurzzeitig deaktivierten Kameras sowie der ungewöhnlichen Flugroute gibt dem Flug eine rätselhafte Komponente.

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